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SpaceX plant IPO mit starkem Übernahmeschutz nach texanischem Recht

Elon Musks Raumfahrtunternehmen setzt beim geplanten Börsengang auf texanische Gesetze, um feindliche Übernahmen und aktivistische Investoren abzuwehren.

SpaceX plant IPO mit starkem Übernahmeschutz nach texanischem Recht

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, bereitet sich auf einen der möglicherweise größten Börsengänge (IPO) der Geschichte vor. Wie aus einem von Reuters eingesehenen S-1-Börsenprospekt hervorgeht, will das Unternehmen dabei gezielt auf den verstärkten Schutz des texanischen Rechts setzen, um potenzielle feindliche Bieter und aktivistische Investoren auf Abstand zu halten.

„Einige Bestimmungen des texanischen Rechts sowie unsere Satzung und Geschäftsordnung enthalten Klauseln, die folgende Transaktionen erschweren könnten: Übernahmen durch ein Übernahmeangebot, einen Stimmrechtskampf oder auf andere Weise sowie die Abberufung unserer amtierenden Führungskräfte und Direktoren", erklärte SpaceX in seinem Börsenprospekt. Das Anti-Übernahme-Statut nach texanischem Recht soll dazu dienen, „nötigende Übernahmepraktiken und unangemessene Übernahmeangebote zu verhindern". Wer SpaceX übernehmen wolle, müsse laut dem Dokument „zuerst mit uns verhandeln".

Texas statt Delaware – eine bewusste Entscheidung

Die Wahl von Texas als Unternehmenssitz ist für SpaceX nicht nur geografisch naheliegend. Das Unternehmen fertigt seine Starship-Raketen in Starbase, Texas, und hat damit einen natürlichen Bezug zum Bundesstaat. Die Mehrheit der Fortune-500-Unternehmen ist hingegen traditionell in Delaware registriert, das für sein unternehmensfreundliches Gesellschaftsrecht bekannt ist.

Doch Musk hat auch persönliche Gründe, Texas zu bevorzugen. Vor zwei Jahren verlegte sein Elektroautohersteller Tesla seinen Sitz nach Texas, nachdem ein Gericht in Delaware Musks Gehaltspaket in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar für ungültig erklärt hatte. Der Oberste Gerichtshof von Delaware hob diese Entscheidung später zwar auf und stellte das Vergütungspaket wieder her – dennoch scheint Musk dem Bundesstaat Delaware skeptisch gegenüberzustehen.

Mit der Wahl von Texas könnte SpaceX laut Juristen und Analysten die Macht seines Verwaltungsrats festigen und gleichzeitig die Position der Aktionäre schwächen. Die texanischen Gesetze würden es dem Unternehmen ermöglichen, viele Klagen zu untersagen und zahlreiche Aktionärsanträge einzuschränken.

Aktivistische Investoren auf dem Vormarsch

Der Übernahmeschutz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck durch aktivistische Aktionäre auf US-Unternehmen spürbar zunimmt. Im ersten Quartal 2026 starteten aktivistische Investoren laut Daten von Barclays 41 Kampagnen bei US-Unternehmen – ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig nahmen Aktivisten dabei Technologie- und Industrieunternehmen ins Visier.

Die geplanten Schutzmaßnahmen stoßen jedoch nicht überall auf Zustimmung. Experten für Corporate Governance warnen, dass die Einschränkung von Aktionärsanträgen Investitionen in US-Unternehmen insgesamt weniger attraktiv machen könnte. Auch Stimmrechtsberater wie Institutional Shareholder Services und Glass Lewis, deren Empfehlungen maßgeblich beeinflussen, wie Investoren über Verwaltungsratsbesetzungen oder Übernahmen abstimmen, müssten möglicherweise Offenlegungspflichten erfüllen, wenn sie ihre Empfehlungen auf nicht-finanzielle Faktoren – etwa Umwelt-, Sozial- oder Governance-Aspekte – stützen.

Der geplante SpaceX-Börsengang könnte die Weltraumforschung von einem spekulativen Unterfangen zu einer etablierten Anlageform machen. Für deutsche Privatanleger, die an einer Beteiligung interessiert sind, dürfte die Frage der Aktionärsrechte und des Übernahmeschutzes dabei eine zentrale Rolle spielen – denn die texanischen Regelungen schränken klassische Einflussmöglichkeiten von Investoren deutlich stärker ein als es etwa das deutsche oder das Delaware-Gesellschaftsrecht tun würde.

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