SpaceX: Short-Wetten steigen nach Kursrückgang von 30 Prozent
Leerverkäufer setzen verstärkt auf fallende SpaceX-Kurse – Short Interest kletterte von 8% auf 13% in einer Sitzung.

Leerverkäufer haben ihre Wetten gegen SpaceX deutlich ausgeweitet. Das Short Interest – also der Anteil der leerverkauften Aktien am frei handelbaren Streubesitz – stieg von 8% auf 13% innerhalb einer einzigen Handelssitzung. Dies teilte das Daten- und Analyseunternehmen Ortex Technologies am Mittwoch mit. Auslöser ist ein Kursrückgang von rund 30% gegenüber dem Allzeithoch von 225,64 US-Dollar, das die Aktie wenige Tage nach ihrem Börsendebüt am 12. Juni erreicht hatte.
„Das Short Interest bei SpaceX baut sich bemerkenswert schnell auf für eine Aktie, die erst seit wenigen Wochen an der Börse ist", sagte Peter Hillerberg, Mitbegründer von Ortex, gegenüber Reuters. Der Experte sieht darin ein klares Signal: „Ein solcher Sprung ist ein klares Zeichen dafür, dass sich eine wachsende Zahl von Tradern auf einen starken Kursverfall positioniert."
Billionen-Bewertung macht SpaceX zum Leerverkäufer-Ziel
Die Bewertung von SpaceX in Höhe von 2 Billionen US-Dollar macht das Unternehmen zu einem attraktiven Ziel für Leerverkäufer, die auf fallende Kurse spekulieren. Gleichzeitig ist das Unterfangen riskant: Das starke Interesse von Kleinanlegern und institutionellen Investoren sowie Elon Musks bekannte Vergangenheit öffentlicher Auseinandersetzungen mit Leerverkäufern erhöhen das Risiko für Short-Seller erheblich. SpaceX selbst reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Die anfängliche Euphorie rund um das Börsendebüt ist einem ausgeglicheneren Handel gewichen. Anleger versuchen nun, sich gegen weitere Abwärtsrisiken abzusichern. Die Leihgebühren – der sogenannte „Cost to Borrow", ein Maßstab für die Nachfrage nach Leerverkäufen im Verhältnis zum Angebot an leihbaren Aktien – liegen laut Ortex-Daten aktuell bei etwa 1%. Zu Beginn des Handels lagen sie noch bei 14%, was auf eine rasche Entspannung des Angebots hindeutet.
Short Squeeze bleibt ein reales Risiko
Zum Vergleich: Die sogenannten „Magnificent Seven"-Aktien – Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet, Amazon, Meta und Tesla – werden kaum leerverkauft. Lediglich 1% bis 3% ihres Streubesitzes sind geshortet, und die Leihkosten bewegen sich zwischen 0,25% und 0,33%. SpaceX liegt mit 13% Short Interest und 1% Leihgebühren damit deutlich über diesem Niveau.
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Zur AktienanalyseDie Auslastung (Utilization), also der Anteil der verfügbaren Aktien, der tatsächlich verliehen ist, liegt bei rund 39% – gegenüber Werten im mittleren 30-Prozent-Bereich in der Vorwoche. Dies signalisiert laut Ortex, dass weiterhin ein reichliches Angebot für Leihgeschäfte vorhanden ist.
Dennoch warnt Hillerberg vor einem möglichen Short Squeeze. Bei einem Short Interest von rund 83 Millionen Aktien gegenüber einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von etwa 270 Millionen Aktien könnte eine Eindeckungswelle der Leerverkäufer den Kurs schlagartig nach oben treiben. „Diese Art von Zwangsabnahmen kann direkt auf eine Erholung treffen und diese weit über das hinaus beschleunigen, was die Fundamentaldaten allein rechtfertigen würden – das ist die klassische Dynamik eines Short Squeeze", so Hillerberg. Der begrenzte Streubesitz der SpaceX-Aktie verstärkt dieses Risiko zusätzlich.


