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SpaceX: Wie Starlink durch versteckte Startsubventionen profitabler wirkt

Der SpaceX-Börsenprospekt enthüllt eine überraschende Buchungspraxis, die Starlinkss Gewinne künstlich aufwertet und das Raketengeschäft schlechter aussehen lässt.

SpaceX: Wie Starlink durch versteckte Startsubventionen profitabler wirkt

Der SpaceX-Börsenprospekt hat Investoren weltweit überrascht – nicht nur wegen der Offenbarung, dass Starlink die einzige profitable Sparte des Unternehmens ist, sondern auch wegen einer wenig beachteten Buchungspraxis, die das Bild erheblich verzerrt. Eine genaue Analyse zeigt: Das Raketengeschäft ist profitabler als es scheint, und die Starlink-Gewinne sind möglicherweise weniger nachhaltig als angenommen.

Im Jahr 2025 erzielte das „Connectivity"-Segment von SpaceX – also Starlink – einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar. Das „Space"-Segment hingegen, das die Raketenstarts umfasst, rutschte von einem Gewinn von 21 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 in einen operativen Verlust von 657 Millionen US-Dollar ab. Auf den ersten Blick klingt das nach einem klaren Bild: Starlink boomt, Raketen schwächeln. Doch der Schein trügt.

Die versteckte Subvention im Prospekt

Der Schlüssel liegt in der Art, wie SpaceX interne Starts verbucht. Wenn SpaceX eine Falcon-9-Rakete startet, um Starlink-Satelliten in den Orbit zu bringen, stellt das Space-Segment dem Connectivity-Segment dafür keine Rechnung aus. Stattdessen werden die Startkosten direkt als Teil der Herstellungskosten des Satelliten aktiviert und anschließend über die fünfjährige Lebensdauer des Satelliten abgeschrieben. Das Space-Segment verbucht für diese Starts keinerlei Umsatz.

SpaceX beschreibt dies im Prospekt selbst so: „Für Starts unserer Starlink-Satelliten weist das Unternehmen keine segmentübergreifenden Umsatzerlöse aus; stattdessen werden diese Startkosten in den Satelliten unter Sachanlagen (netto) aktiviert." Der Umsatz des Space-Segments spiegele lediglich externe Kundenstarts wider.

Von den 170 Raketenstarts, die das Space-Segment im Jahr 2025 durchführte, waren 122 Starlink-Missionen und fünf Starship-Testflüge. Tatsächlich in Rechnung gestellt wurden lediglich 43 Starts. Das bedeutet: Der ausgewiesene Umsatz von 4,4 Milliarden US-Dollar im Space-Segment verteilt sich rechnerisch nur auf diese 43 bezahlten Starts – was einem durchschnittlichen Startpreis von rund 102 Millionen US-Dollar entspricht. Würde SpaceX alle 170 Starts zu diesem Preis abrechnen, läge der jährliche Umsatz des Space-Segments bei rund 17,3 Milliarden US-Dollar statt bei 4,4 Milliarden.

Was das für die Starlink-Profitabilität bedeutet

Die Kehrseite dieser Buchungspraxis betrifft Starlink direkt. Kurzfristig steigert die Aktivierung der Startkosten die ausgewiesene Profitabilität des Connectivity-Segments, weil die Kosten nicht sofort als Aufwand erfasst, sondern über Jahre verteilt werden. Mit wachsender Satellitenkonstellation und zunehmendem Abschreibungsvolumen wird dieser Effekt jedoch die Gewinne des Connectivity-Segments zunehmend belasten.

Die Gewinne von Starlink sind damit nicht „gefälscht" im eigentlichen Sinne, sondern zeitlich vorgezogen. Langfristig orientierte Investoren sollten diese Dynamik im Blick behalten, denn die aufgeschobenen Kosten werden früher oder später in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung auftauchen.

Einordnung im Telekommunikationsvergleich

SpaceX selbst positioniert sich mit diesem Ansatz als eine Art Telekommunikationsunternehmen – und das ist nicht unlogisch. Klassische Telcos wie Verizon, AT&T oder Comcast bauen ebenfalls langlebige Infrastruktur auf, die über Jahre abgeschrieben wird. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence erzielen AT&T eine operative Marge von rund 15 Prozent und Verizon von rund 23 Prozent. SpaceX weist im Connectivity-Segment derzeit eine operative Marge von 38,6 Prozent aus – ein Wert, der langfristig kaum zu halten sein dürfte, aber dennoch auf ein wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell hindeutet.

Für Investoren, die SpaceX-Aktien nicht nur kurzfristig handeln, sondern als langfristige Beteiligung halten wollen, ist die zentrale Erkenntnis aus dem Prospekt klar: Der wichtigste Dienst, den das Raketengeschäft Starlink erweist, ist nicht nur das Aussetzen der Satelliten in den Orbit – es ist das Aufschieben der Rechnung.

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