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Spanien: CNMC untersucht Energiekonzerne nach historischem Stromausfall

Nach dem massiven Blackout vom 28. April 2025 ermittelt die spanische Aufsichtsbehörde CNMC gegen Red Electrica, Iberdrola, Endesa, Naturgy und Repsol.

Spanien: CNMC untersucht Energiekonzerne nach historischem Stromausfall

Die spanische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CNMC hat formelle Untersuchungsverfahren gegen mehrere große Energieunternehmen eingeleitet. Im Fokus stehen der Netzbetreiber Red Electrica (REE) – eine Tochtergesellschaft von Redeia – sowie die Energiekonzerne Iberdrola, Naturgy, Endesa und Repsol. Hintergrund ist der verheerende Stromausfall vom 28. April 2025, der weite Teile Spaniens und Portugals für bis zu 16 Stunden lahmlegte.

Gegen REE ermittelt die Behörde wegen „sehr schwerwiegender Verstöße", während gegen die übrigen Unternehmen Verfahren wegen „schwerwiegender Verstöße" laufen. Die Namen der betroffenen Unternehmen wurden nach Börsenschluss auf der Website der Aufsichtsbehörde veröffentlicht. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Verfahren sind bislang begrenzt.

Mögliche Strafen von bis zu 60 Millionen Euro

CNMC-Leiterin Cani Fernandez hatte bereits zuvor erklärt, dass die schwerwiegendsten Verstöße zu Geldstrafen von bis zu 60 Millionen Euro (rund 70,8 Millionen US-Dollar) führen könnten. Die Verfahren können je nach Schwere des Verstoßes zwischen neun und 18 Monaten dauern. Den betroffenen Unternehmen wird dabei die Möglichkeit eingeräumt, Argumente und Beweise vorzulegen.

Die CNMC betonte ausdrücklich, dass die festgestellten Verstöße zwar nicht direkt den Blackout verursacht hätten, sie jedoch den Betrieb des Stromsystems beeinträchtigt haben könnten. Damit stellten sie Verwaltungsübertretungen dar, die eine formelle Untersuchung erfordern. Eine direkte Schuldzuweisung für den Stromausfall selbst erfolgte nicht.

REE weist Vorwürfe zurück – andere Unternehmen schweigen

REE reagierte auf die Entscheidung der CNMC und erklärte, die Entscheidung zu prüfen. Gleichzeitig wies der Netzbetreiber darauf hin, dass sich die Untersuchung noch in einem sehr frühen Stadium befinde. Frühere Berichte hätten zudem technische Beweise geliefert, dass es „keinen Verstoß seitens REE gab, der eine entscheidende Ursache hätte sein können". Iberdrola, Endesa und Naturgy lehnten eine Stellungnahme ab, Repsol reagierte nicht auf Anfragen.

Die CNMC erklärte, sie habe eine Kette von Ereignissen identifiziert, die das Stromsystem zunehmend destabilisiert und schließlich in dem massiven Ausfall gegipfelt habe. Als unmittelbare Ursache des Blackouts wurde ein Spannungsanstieg im Netz festgestellt. Die Behörde fügte hinzu, dass einige der mutmaßlichen Verstöße über lange Zeiträume angedauert hätten.

Hintergrund: Einer der schlimmsten Blackouts Europas

Der Stromausfall vom 28. April 2025 gilt als einer der schwersten in der Geschichte der Iberischen Halbinsel. Millionen von Menschen in Spanien und Portugal waren betroffen, der Ausfall dauerte in einigen Regionen bis zu 16 Stunden. Seitdem haben mehrere Untersuchungen die möglichen Ursachen analysiert, wobei sich die meisten auf die Identifizierung technischer Faktoren konzentrierten, ohne eine konkrete Schuld zuzuweisen.

In einem Bericht vom Vormonat hatte die CNMC bereits Maßnahmen zur Abmilderung von Spannungsschwankungen im Stromnetz empfohlen sowie eine Stärkung der Stromverbindungen nach Frankreich gefordert. Die nun eingeleiteten Verfahren gegen die Energieunternehmen stellen den nächsten Schritt in der behördlichen Aufarbeitung des Ereignisses dar.

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