Spirit Airlines: Trump-Rettungspaket mit 500-Millionen-Dollar-Darlehen in Prüfung
Anleihegläubiger prüfen ein staatliches Darlehen von 500 Millionen Dollar – eine Anhörung könnte bereits am Montag stattfinden.

Die Zukunft von Spirit Airlines entscheidet sich möglicherweise in den kommenden Tagen. Präsident Donald Trump erklärte öffentlich, dass die US-Regierung die angeschlagene Billigfluggesellschaft retten könnte – und die Verhandlungen sind offenbar bereits weit fortgeschritten. Anleihegläubiger haben nach Informationen des US-Senders CNBC bereits ein sogenanntes Term Sheet, also ein vorläufiges Bedingungsblatt, für ein mögliches Staatsdarlehen erhalten.
Die Bedingungen einer vorläufigen Vereinbarung sehen ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Dollar vor. Im Gegenzug könnte die US-Regierung eine Beteiligung von bis zu 90 Prozent an der in Florida ansässigen Fluggesellschaft erwerben. Zudem würde die Regierung gegenüber anderen Investoren bevorzugt behandelt und hätte das Recht, ein Vorstandsmitglied zu bestimmen. Trump selbst sagte vor Reportern, die Regierung könne Spirit „mit Gewinn verkaufen", wenn der Ölpreis sinke.
Mike Stamer, Anwalt der Kanzlei Akin und Vertreter der Anleihegläubiger im Insolvenzverfahren, bestätigte am Donnerstag vor Gericht: „Wir haben in der Tat eine Kopie des Term Sheets" für das potenzielle Geschäft erhalten. Spirits eigener Anwalt Marshall Huebner von Davis Polk erklärte, das Darlehen würde Spirit helfen, wieder eine „eigenständige Kampfstärke" zu erreichen – und die Airline gleichzeitig für eine mögliche Fusion vorbereiten. Eine Anhörung vor einem US-Insolvenzgericht könnte bereits für Montag angesetzt werden.
Hintergrund: Wie Spirit in die Krise geriet
Spirit Airlines ist vor allem für seine leuchtend gelben Flugzeuge und seinen minimalistischen, günstigen Service bekannt – und wurde nicht zuletzt zum Ziel von Witzen in US-amerikanischen Late-Night-Shows. Doch hinter dem bunten Image verbirgt sich ein tiefgreifendes strukturelles Problem: Die Kosten der Branche sind nach der Corona-Pandemie explodiert, während sich die Kundenwünsche hin zu gehobeneren Angeboten und internationalen Zielen verlagert haben.
Spirit hat darauf mit aggressiven Sparmaßnahmen reagiert: Flugzeuge wurden verkauft, das Streckennetz drastisch verkleinert. Im Mai des vergangenen Jahres betrieb Spirit laut dem Luftfahrt-Datenunternehmen Cirium noch 19.575 Flüge – in diesem Mai sind es nur noch 9.353. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 50 Prozent innerhalb eines Jahres.
Erschwerend hinzu kommen die jüngsten geopolitischen Entwicklungen: Angriffe zwischen den USA und Israel auf den Iran haben die Kerosinkosten sprunghaft ansteigen lassen. Spirit hatte ursprünglich geplant, das Insolvenzverfahren Mitte des Jahres abzuschließen – noch bevor dieser Treibstoffpreisanstieg die Branche traf. Bereits im Februar wies Spirit laut einem Gerichtsantrag einen operativen Verlust von fast 28,3 Millionen Dollar aus.
Gescheiterte Übernahmen und politischer Kontext
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Zur AktienanalyseEine geplante Übernahme durch JetBlue Airways war von der Biden-Regierung erfolgreich angefochten worden – ein Umstand, den die Trump-Regierung als mitursächlich für Spirits aktuelle Lage wertet. Auch Gespräche mit Frontier Airlines, die ursprünglich eine Fusion mit Spirit geplant hatten, scheiterten letztlich. Übernahmegespräche sind damit bereits mehrfach gescheitert.
Vertreter von Billigfluggesellschaften trafen sich Anfang dieser Woche mit Verkehrsminister Sean Duffy, um über den aktuellen Anstieg der Treibstoffkosten zu sprechen. Einige Branchenvertreter und Analysten haben angedeutet, dass andere Fluggesellschaften – insbesondere Billigflieger – ähnliche staatliche Unterstützung suchen könnten. Die Trump-Regierung hat in der Vergangenheit Beteiligungen an Unternehmen erworben, die sie als nationales Sicherheitsinteresse betrachtet.
Während Rettungspakete für ganze Branchen – von Automobilherstellern über Banken bis hin zur gesamten Luftfahrtindustrie – historische Präzedenzfälle haben, gilt die Rettung eines einzelnen Unternehmens als höchst ungewöhnlich. Luftfahrtanalyst Conor Cunningham von Melius Research warnte, dass die strukturellen Herausforderungen für Spirit auch nach einer möglichen staatlichen Rettung bestehen bleiben könnten. Auch die Gewerkschaften von Spirit drängen unterdessen auf eine schnelle Einigung.


