Springer Nature plant Milliarden-Börsengang in Frankfurt
Aktienausgabe soll Verschuldung reduzieren – Chancen und Risiken für Anleger

Springer Nature, ein renommierter Wissenschaftsverlag, plant am 4. Oktober seinen Börsengang in Frankfurt. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von bis zu 4,7 Milliarden Euro an, und Investoren können seit dem 24. September Aktien zu einem Preis zwischen 21 und 23,50 Euro zeichnen. Die Angebotsfrist endet am 1. Oktober. Der Börsengang umfasst sowohl neue Aktien als auch Anteile, die von dem bisherigen Großinvestor BC Partners veräußert werden. Der Anteil der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) könnte zwischen 11,7 und 13,5 Prozent liegen, abhängig von der Nachfrage.
Springer Nature plant, den Erlös aus der Kapitalerhöhung von 200 Millionen Euro zur Reduzierung der Unternehmensverschuldung einzusetzen. Der Verschuldungsgrad soll von derzeit 2,7 auf etwa das 2,4-Fache des Betriebsergebnisses (Ebitda) gesenkt werden. BC Partners hält derzeit 47 Prozent der Anteile an Springer Nature, während die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck 53 Prozent besitzt. Trotz der Mehrheitsbeteiligung von Holtzbrinck sind beide Partner gleichberechtigt an strategischen Entscheidungen beteiligt.
Springer Nature ist ein global agierender Wissenschaftsverlag mit Hauptsitz in Berlin. Jährlich veröffentlicht das Unternehmen 13.000 Fachbücher und 3000 Fachzeitschriften, darunter renommierte Publikationen wie "Nature" und "Scientific American". Der Verlag beschäftigt weltweit 9000 Mitarbeiter und ist in über 40 Ländern vertreten. Die Entscheidung, an die Börse zu gehen, erfolgte nach mehrmaligen Verschiebungen des IPO-Termins.
Investoren, die sich für Springer Nature interessieren, können Aktien über verschiedene Banken, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank, erwerben. Der endgültige Ausgabepreis wird nach Ende der Zeichnungsfrist auf Basis der Nachfrage festgelegt. Experten wie Jens Klatt, Analyst beim Brokerhaus XTB, betonen jedoch, dass der Erfolg des Börsengangs von der Kursentwicklung nach dem ersten Handelstag abhängt. Sollte der Kurs unter den Ausgabepreis fallen, könnte dies zu Pessimismus bei den Anlegern führen und den Aktienkurs schwächen.
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Zur AktienanalyseIm vergangenen Jahr erzielte Springer Nature einen Umsatz von 1,85 Milliarden Euro, was einem Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bereinigte Betriebsergebnis lag bei 511 Millionen Euro. Trotz eines Umsatzrückgangs im ersten Halbjahr 2024 von zwei Prozent auf 883 Millionen Euro stieg das Betriebsergebnis auf 225 Millionen Euro.


