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Stagnation im DAX-Vorstand: Frauenquote bei 23%

Ungleichheit und klassische Rollenverteilung prägen weiterhin die Vorstandsebene deutscher Top-Unternehmen

Stagnation im DAX-Vorstand: Frauenquote bei 23%

Die Frauenquote in den Vorständen der DAX-Konzerne stagniert weiterhin bei 23 Prozent, nachdem die gesetzliche Quote bereits erfüllt ist. Diese alarmierende Erkenntnis wurde von der renommierten Personalberatung Russell Reynolds in einer aktuellen Analyse veröffentlicht. Im vergangenen Jahr verließen neun weibliche Vorstandsmitglieder ihre Positionen, während lediglich acht neue Frauen in die Vorstände berufen wurden. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass sieben der ausscheidenden Frauen ihr Amt weniger als drei Jahre innegehabt hatten.

Die Ungleichheit bei Ausscheiden und Amtszeit zwischen männlichen und weiblichen Vorständen ist deutlich sichtbar. Lediglich 15 Prozent der männlichen Vorstände schieden so früh aus, während die 2023 ausgeschiedenen Männer im Durchschnitt fast acht Jahre in ihren Positionen verbracht hatten. Zudem waren sie im Schnitt sechs Jahre älter als ihre weiblichen Kolleginnen. Es ist erwähnenswert, dass bei den Männern das Alter bei 35 Prozent der scheidenden Vorstände eine Rolle spielte, während bei den Frauen kein einziger Fall aufgrund des Erreichens der Altersgrenze ausgeschieden ist.

Die klassische Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen im Vorstand bleibt ebenfalls bestehen. Von den acht neu berufenen Frauen wurden vier mit der Führung des Personalressorts betraut, während die restlichen vier Vorstandspositionen mit Ergebnisverantwortung erhielten. Um sich jedoch im Vorstand für die Rolle als CEO zu qualifizieren, ist oft eine erfolgreiche Führungserfahrung im operativen Geschäft oder in der Leitung einer Region oder eines Geschäftsbereichs erforderlich. Weibliche Führungskräfte mit solchen Erfahrungen sind jedoch nach wie vor rar gesät.

Eine leichte Verbesserung zeigt sich im MDAX, dem Index der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften. Dort stieg die Frauenquote im vergangenen Jahr von knapp 14 auf gut 17 Prozent an. Neun Frauen wurden neu in den Vorständen begrüßt, wovon fünf die Position des Finanzvorstands besetzen, während vier ausschieden. Gesetzlich verankert ist mittlerweile, dass börsennotierte paritätisch mitbestimmte Unternehmen ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau im Vorstand haben müssen. Trotz dieser Vorgabe und zahlreicher Bemühungen bleibt die Gleichstellung der Geschlechter in den Führungsebenen deutscher Großunternehmen eine drängende Herausforderung, die weiterhin angegangen werden muss.

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