Standard Chartered ernennt Ex-Kritiker Manus Costello zum CFO
Die britische Großbank befördert den ehemaligen Research-Analysten und früheren Kritiker des Hauses zum neuen Finanzvorstand.

Standard Chartered Plc hat Manus Costello mit sofortiger Wirkung zum neuen Finanzvorstand (CFO) ernannt. Der 50-Jährige übernimmt damit eine der wichtigsten Führungspositionen bei der britischen Großbank und wird seinen Dienstsitz in London haben. Die Ernennung geht aus einer Mitteilung auf dem Bloomberg Terminal hervor.
Costello tritt die Nachfolge von Diego De Giorgi an, der das Unternehmen im Februar überraschend verlassen hatte. Der plötzliche Abgang De Giorgis hatte seinerzeit für Aufsehen gesorgt, da Wechsel auf der CFO-Ebene bei internationalen Großbanken stets besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Vom Kritiker zum Finanzvorstand
Was die Personalie besonders bemerkenswert macht: Costello war in seiner früheren Karriere als unabhängiger Analyst selbst ein Kritiker von Standard Chartered. Er hatte das Institut aus der Außenperspektive analysiert und bewertet – eine Rolle, die nun in ihr genaues Gegenteil umgekehrt wurde.
Costello ist Mitgründer des Analysehauses Autonomous Research, wo er die Research-Abteilung leitete. In dieser Funktion analysierte er sowohl Standard Chartered als auch den größeren Konkurrenten HSBC Holdings Plc. Autonomous Research gilt in der Finanzbranche als renommiertes, unabhängiges Forschungsunternehmen mit Fokus auf den Finanzsektor.
Den Weg zur Bank fand Costello im Jahr 2024, als er als globaler Leiter für Investor Relations zu Standard Chartered stieß. In dieser Funktion war er bereits für die Kommunikation zwischen der Bank und ihren Investoren verantwortlich – eine Rolle, die enge Berührungspunkte mit den Aufgaben eines Finanzvorstands aufweist. Die Erfahrung auf der Analystenbank sowie im Investor-Relations-Bereich dürfte ihm nun zugutekommen, da er die Erwartungen des Kapitalmarkts aus beiden Perspektiven kennt.
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Zur AktienanalyseStandard Chartered ist eine der bedeutendsten internationalen Großbanken mit Hauptsitz in London. Das Institut ist vor allem in Asien, Afrika und dem Nahen Osten aktiv und steht damit in direktem Wettbewerb mit HSBC, einem der größten Bankenkonzerne der Welt. Für deutsche Anleger ist Standard Chartered vor allem als börsennotiertes Unternehmen an der Londoner Börse relevant.
Die Ernennung eines ehemaligen Analysten und Kritikers zum CFO ist in der Finanzbranche ungewöhnlich. Sie signalisiert, dass Standard Chartered auf jemanden setzt, der die Außenwahrnehmung der Bank genau kennt und die Erwartungen institutioneller Investoren aus eigener Erfahrung versteht. Ob und wie Costello die Finanzstrategie des Instituts prägen wird, bleibt abzuwarten.


