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Stanley Black & Decker schließt letztes Werk in New Britain Connecticut

300 Arbeitsplätze fallen weg, wenn der Traditionskonzern am 18. Mai seine letzte Fabrik am historischen Stammsitz schließt.

Stanley Black & Decker schließt letztes Werk in New Britain Connecticut

Stanley Black & Decker beendet eine jahrhundertelange Industriegeschichte: Das letzte verbliebene Werk des Werkzeugherstellers in New Britain, Connecticut, schließt am 18. Mai endgültig seine Tore. Rund 300 Beschäftigte verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Die Produktion wurde bereits eingestellt, die Entlassungen haben begonnen.

New Britain trägt den Beinamen „Hardware City" – und das nicht ohne Grund. Das Stadtsiegel zeigt einen Bienenstock, sieben Bienen und ein lateinisches Motto, das übersetzt lautet: „Fleiß füllt den Bienenstock und genießt den Honig." Die Bienen symbolisieren die Unternehmen, die New Britain einst zu einer blühenden Industriestadt machten. Stanley Black & Decker war die bedeutendste unter ihnen.

Ein Unternehmen prägte eine ganze Stadt

Die Fabriken des Konzerns erstreckten sich einst über fast eine Meile entlang der Myrtle Street. Dort wurden Millionen von Schraubendrehern, Bohrern und anderen Werkzeugen produziert – Werkzeuge, die über zwei Jahrhunderte hinweg maßgeblich zum Aufbau Amerikas beitrugen. Was von dieser industriellen Blütezeit übrig blieb, war zuletzt ein einziges Werk: eine Fabrik für Maßbänder.

Auch dieses letzte Symbol der einstigen Fertigungsstärke verschwindet nun. Die in New Britain hergestellten Maßbänder galten unter Handwerkern als besonders hochwertig – laut einigen Fachleuten gehörten sie zum Besten, was man für Geld kaufen konnte. Das charakteristische gelbe, gewölbte Metallband mit seiner präzisen Skalierung hatte sich einen guten Ruf erarbeitet.

Maßband-Design als Auslöser der Schließung

Als Grund für die Werksschließung nennt Stanley Black & Decker veränderte Kundenpräferenzen. Käufer bevorzugen heute Maßbänder mit beidseitiger Skalierung – also Maßeinteilungen auf beiden Seiten des Bandes. Diese Funktion erleichtert den Einsatz des Werkzeugs in verschiedenen Winkeln und Positionen erheblich. Die in New Britain produzierten Maßbänder verfügten hingegen nur über eine einseitige Skalierung.

Die Schließung des Werks markiert das endgültige Ende einer Ära für New Britain. Was einst eine der produktivsten Industriestädte der USA war, verliert damit die letzte aktive Fertigungsstätte seines bekanntesten Unternehmens. Für die rund 300 betroffenen Mitarbeiter bedeutet der 18. Mai nicht nur den Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch das Ende einer lokalen Tradition, die Generationen von Familien geprägt hat.

Stanley Black & Decker ist heute ein weltweit agierender Konzern mit Produktionsstätten rund um den Globus. Die Geschichte in New Britain steht sinnbildlich für den Strukturwandel der amerikanischen Fertigungsindustrie – und für die Frage, welchen Preis der Wandel von Konsumgewohnheiten für traditionsreiche Industriestandorte hat.

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