Star-Anwalt David Fox will „Big Law" erneut revolutionieren
Der Mann hinter dem Aufstieg von Kirkland & Ellis setzt jetzt auf KI – mit einer neuen, kleinen Kanzlei namens Irving.

David Fox hat die Welt der großen Anwaltskanzleien bereits einmal von Grund auf verändert. Nun plant der 68-jährige Dealmaker, dieses Kunststück ein zweites Mal zu vollbringen – diesmal mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Fox wird weithin dafür anerkannt, das Konzept entwickelt zu haben, das Kirkland & Ellis zur größten Anwaltskanzlei der Welt machte. Diese Leistung allein würde die meisten Karrieren krönen. Doch Fox gibt sich damit nicht zufrieden und wagt einen neuen Anlauf, der die gesamte Branche erneut aufwirbeln könnte.
Ein neues Modell für die Rechtsbranche
Gemeinsam mit Mitgründern hat Fox das Softwareunternehmen Irving Technology ins Leben gerufen. Dieses Unternehmen unterstützt eine neu gegründete Kanzlei namens Irving, die bewusst klein gehalten wird und lediglich eine Handvoll Anwälte beschäftigt. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Großkanzleien: Irving setzt primär auf künstliche Intelligenz, anstatt auf Hunderte oder Tausende von Juristen.
Das Konzept ist eine direkte Herausforderung an das etablierte „Big Law"-Modell – jenes System, bei dem Großkanzleien mit enormen Mitarbeiterzahlen und entsprechend hohen Stundensätzen operieren. Sollte Irving erfolgreich skalieren, könnte Fox eines Tages in direkten Wettbewerb mit Kirkland & Ellis und deren mächtigen Konkurrenten treten – also genau jenen Kanzleien, die er selbst einst mitgeprägt hat.
Fox glaubt an eine weitere Revolution
Fox selbst gibt sich kämpferisch und zuversichtlich. „Ich hoffe, dass ich noch eine weitere Revolution in mir habe", sagte er in einem Interview. Diese Aussage fasst seinen Anspruch prägnant zusammen: Es geht nicht um eine schrittweise Verbesserung bestehender Strukturen, sondern um einen grundlegenden Wandel.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Ansatz, KI in den Mittelpunkt einer Anwaltskanzlei zu stellen, ist im internationalen Rechtsmarkt noch weitgehend Neuland. Während viele etablierte Kanzleien KI-Tools als Ergänzung zu ihrer bestehenden Arbeit einsetzen, verfolgt Irving einen radikaleren Weg: Die Technologie soll nicht unterstützen, sondern das Fundament des Geschäftsmodells bilden.
Für den deutschen Markt ist diese Entwicklung besonders relevant. Auch hierzulande stehen große Wirtschaftskanzleien unter Druck, effizienter zu werden und ihre Kostenstrukturen zu überdenken. Internationale Impulse aus den USA, wo „Big Law" traditionell die Trends setzt, wirken erfahrungsgemäß früher oder später auch auf den deutschen Rechtsmarkt. Das Experiment von David Fox und Irving wird daher weit über die USA hinaus mit Spannung beobachtet werden.


