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Starbucks entwickelt KI-Software: IBM, Salesforce und ServiceNow unter Druck

Starbucks will mit eigenen KI-Tools teure Drittanbieter-Software ersetzen – und schickt damit die Aktien großer Softwarekonzerne auf Talfahrt.

Starbucks entwickelt KI-Software: IBM, Salesforce und ServiceNow unter Druck

Die Aktien von IBM, ServiceNow und Salesforce haben am Donnerstag im vorbörslichen Handel deutliche Kursverluste verzeichnet. Auslöser war ein Bericht, wonach Starbucks mithilfe von künstlicher Intelligenz eigene Softwarelösungen entwickelt, die Anwendungen externer Anbieter ersetzen sollen. IBM verlor vor Handelsbeginn rund 3 Prozent, ServiceNow fiel um 3,5 Prozent und Salesforce gab sogar um 4 Prozent nach.

Laut einem Bloomberg-Bericht, der sich auf eine interne Präsentation des Unternehmens stützt, arbeitet die US-amerikanische Kaffeekette an Alternativen zu einem Microsoft-System für die Bestandsüberwachung sowie einem IBM-Tool für das Wartungsmanagement. Abhängig von den Testergebnissen könnte ein Teil der selbst entwickelten Software bis Ende nächsten Jahres eingeführt werden.

Kostensenkung als zentrales Ziel

Starbucks gibt jährlich rund 400 Millionen US-Dollar für Software aus – ein erheblicher Posten, den das Unternehmen nun gezielt unter die Lupe nimmt. Chief Technology Officer Anand Varadarajan erklärte den Mitarbeitern Anfang des Jahres, dass es „klare Möglichkeiten zur Senkung der Softwareausgaben" gebe. Das geht aus einer Bloomberg vorliegenden Aufzeichnung eines internen Treffens hervor.

Das Unternehmen prüft laut der Präsentation derzeit „jeden Vertrag und jede Dienstleistung" – und zwar im Rahmen einer umfassenderen Initiative zur Kosteneinsparung in Höhe von insgesamt 2 Milliarden US-Dollar. Das Enterprise-Technology-Team von Starbucks ist demnach auf Kurs, sein Budget im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr um etwa 30 Millionen US-Dollar zu kürzen. Davon entfallen rund 10 Millionen US-Dollar auf Softwareausgaben.

Darüber hinaus berichtet Bloomberg, dass Starbucks bereits seit mehreren Jahren an einem eigenen Kassensystem arbeitet, das die Oracle-Lösung Simphony ersetzen soll. Dies zeigt, dass die Strategie zur Reduzierung der Abhängigkeit von externen Softwareanbietern keine kurzfristige Reaktion ist, sondern einem längerfristigen Plan folgt.

Branchenweite Sorgen um KI-Konkurrenz

Die Nachricht trifft die Softwarebranche in einer ohnehin angespannten Phase. Die Entwicklung eigener KI-gestützter Tools – sei es durch Start-ups oder durch die Kunden selbst – gilt zunehmend als Bedrohung für etablierte Softwareanbieter. Dieser Trend hat die Kurse von Softwareaktien bereits im laufenden Jahr belastet.

Der Fall Starbucks verdeutlicht exemplarisch, wie groß die Verunsicherung in der Branche ist: Wenn selbst ein Konsumgüterunternehmen wie eine Kaffeekette beginnt, eigene Unternehmenssoftware mit KI-Unterstützung zu entwickeln, geraten die Geschäftsmodelle klassischer Softwareanbieter wie IBM, Salesforce oder ServiceNow unter strukturellen Druck. Für Anleger in diesen Titeln bleibt die Frage, wie nachhaltig die Umsätze der großen Softwarekonzerne in einem Umfeld sind, in dem KI die Eigenentwicklung von Software immer zugänglicher macht.

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