Starbucks-Gewerkschaft legt ersten Vertragsentwurf für Baristas vor
Starbucks Workers United hat dem Kaffeegiganten einen umfassenden Tarifvertragsentwurf vorgelegt – und wartet auf eine inhaltliche Antwort.

Die Gewerkschaft Starbucks Workers United hat dem US-Kaffeeriesen im vergangenen Monat einen vollständigen Vertragsentwurf übermittelt. Das teilte die Gewerkschaft am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Investoren mit. Die Baristas kämpfen damit um ihre erste Tarifvereinbarung mit dem Unternehmen.
Starbucks selbst erklärte gegenüber dem Sender CNBC, die Gespräche mit Workers United noch im März wieder aufnehmen zu wollen. Die Gewerkschaft hingegen betonte, dass das Unternehmen bislang noch nicht inhaltlich auf den vorgelegten Entwurf reagiert habe. Workers United vertritt nach behördlichen Unterlagen rund 6 Prozent der unternehmenseigenen Starbucks-Filialen in den USA.
Verhandlungen seit Dezember 2024 eingefroren
Die Tarifverhandlungen zwischen beiden Parteien stocken seit Monaten. Zuletzt fanden im Dezember 2024 formelle Gespräche statt. Eine anschließende Schlichtungsrunde scheiterte im April, als hunderte Barista-Delegierte das vom Unternehmen vorgeschlagene Wirtschaftspaket ablehnten.
Zur Weihnachtszeit eskalierte der Konflikt: Baristas in mehr als 40 US-Städten traten in einen unbefristeten Streik, der sich über mehrere Wochen erstreckte. Die Arbeitsniederlegung führte zu Dutzenden vorübergehender Filialschließungen – ausgerechnet in der umsatzstärksten Phase des Jahres. Starbucks erklärte allerdings, das Geschäft sei dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt worden.
Aktionäre unter Druck – Jahreshauptversammlung im Fokus
Der anhaltende Arbeitskonflikt dürfte auch auf der Jahreshauptversammlung am 25. März eine zentrale Rolle spielen. Die gewerkschaftsnahe SOC Investment Group fordert Aktionäre auf, gegen die Wiederwahl der Verwaltungsratsmitglieder Jørgen Vig Knudstorp und Beth Ford zu stimmen. Begründet wird dies mit deren Aufsichtsverantwortung für die Arbeitsbeziehungen des Unternehmens.
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Zur AktienanalyseAuch die renommierte Stimmrechtsberatungsgesellschaft Glass Lewis empfiehlt, gegen die Wiederwahl von Ford zu votieren. Sie leitet den Nominierungs- und Corporate-Governance-Ausschuss des Unternehmens. Für institutionelle Investoren sind solche Empfehlungen oft richtungsweisend.
Für Starbucks kommt der Tarifstreit zur Unzeit. Das Unternehmen kämpft darum, sein schwächelndes US-Geschäft zu stabilisieren. Immerhin: Im Weihnachtsquartal stieg die Kundenfrequenz in den Filialen erstmals seit zwei Jahren wieder an. In seinem jüngsten Geschäftsbericht wies Starbucks jedoch ausdrücklich auf Risiken durch weitere Streiks und potenzielle Reputationsschäden hin.


