Starker Reallohnzuwachs für 2024
Vergangene Kaufkraftverluste noch nicht vollständig ausgeglichen

In diesem Jahr können sich die Beschäftigten in Deutschland auf einen signifikanten Anstieg ihrer Tariflöhne freuen. Laut dem WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung wird ein durchschnittlicher Anstieg von 5,6 Prozent erwartet. Dies stellt den höchsten Reallohnzuwachs seit mehr als zehn Jahren dar. Hintergrund dieses Anstiegs ist der vergleichsweise geringe Anstieg der Verbraucherpreise im ersten Halbjahr, der bei lediglich 2,4 Prozent lag. Dadurch ergibt sich ein Reallohnzuwachs von 3,1 Prozent. Die Berechnungen basieren auf den Tarifabschlüssen des ersten Halbjahres und den Erhöhungen des vergangenen Jahres, die in diesem Jahr wirksam werden.
Trotz des signifikanten Anstiegs der Reallöhne in diesem Jahr, sind die Kaufkraftverluste der vergangenen drei Jahre noch nicht vollständig ausgeglichen. Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs, erklärte, dass die Kaufkraftverluste der letzten Jahre nur zur Hälfte kompensiert seien. Das preisbereinigte Niveau der Tariflöhne liege nach wie vor deutlich unter dem Spitzenwert von 2020. Dies bedeutet, dass auch zukünftige Tarifverhandlungen noch erheblichen Nachholbedarf aufweisen.
Besonders hoch waren die Tariflohnerhöhungen in diesem Jahr in großen Branchen wie dem Bauhauptgewerbe, dem Einzelhandel und dem Groß- und Außenhandel, deren Tariferhöhungen seit mehreren Jahren nicht angepasst worden waren. Diese Neuabschlüsse brachten durchschnittliche Lohnsteigerungen von 7,6 Prozent mit sich. Eine Rolle bei den höheren Löhnen spielen auch die sogenannten Inflationsausgleichsprämien, die vom Staat steuer- und abgabenfrei gewährt wurden. Diese Sonderzahlungen werden jedoch nicht im kommenden Jahr fortgeführt, was zu einem Basiseffekt führt, der die Lohnentwicklung 2025 voraussichtlich dämpfen wird.
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Zur AktienanalyseFür das kommende Jahr wird daher mit deutlich geringeren Reallohnsteigerungen gerechnet. Die Einmalzahlungen und der Effekt der erhöhten Tarifabschlüsse in diesem Jahr sind voraussichtlich nicht wiederholbar, was zu einer reduzierten Lohnsteigerung führen dürfte.


