Starmer unter Druck: Kabinett fordert Rückzugsplan des Premiers
Dutzende Labour-Abgeordnete, darunter Kabinettsmitglieder, drängen Premierminister Starmer zu einem geregelten Machttransfer.

Keir Starmer steht als britischer Premierminister vor einer ernsthaften Machtprobe. Dutzende Parlamentsabgeordnete aus den eigenen Reihen haben sich den Forderungen nach einem klaren Zeitplan für seinen Rückzug angeschlossen. Besonders brisant: Auch enge Verbündete aus dem Kabinett gehören inzwischen zu denjenigen, die intern Druck auf Starmer ausüben.
Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen gehört Innenministerin Shabana Mahmood zu jenen Kabinettsmitgliedern, die Starmer intern dazu drängen, Pläne für die Übergabe der Regierungsgeschäfte an einen Nachfolger in Erwägung zu ziehen. Ihre Intervention ist ein deutliches Signal, dass die Loyalität im engsten Regierungskreis bröckelt.
Rückhalt im Kabinett schwindet
Mahmood ist dabei nicht die Erste aus dem Kabinett, die diesen Schritt gewagt hat. Bereits in den vergangenen Wochen hatte Energieminister Ed Miliband einen ähnlichen Vorstoß unternommen. Das Muster zweier hochrangiger Kabinettsmitglieder, die unabhängig voneinander auf einen Machtwechsel drängen, deutet auf einen strukturellen Vertrauensverlust innerhalb der Regierung hin.
Für Starmer ist diese Entwicklung besonders gefährlich. Der Rückhalt im Kabinett galt bislang als eine der tragenden Säulen seiner Machtposition. Wenn dieser Schutzwall nun bröckelt, verliert der Premierminister einen entscheidenden Puffer gegen den wachsenden Druck aus der Parlamentsfraktion.
Bedeutung für die britische Politik
Für deutsche Beobachter und Anleger ist die politische Stabilität Großbritanniens von erheblicher Bedeutung. Das Vereinigte Königreich ist einer der wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartner Deutschlands. Politische Unsicherheiten in London können sich auf das Pfund Sterling, britische Staatsanleihen sowie auf die Stimmung an den europäischen Finanzmärkten auswirken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseStarmer hatte die Labour Party nach Jahren in der Opposition zurück an die Regierung geführt. Eine interne Rebellion dieses Ausmaßes – mit Kabinettsmitgliedern an der Spitze – stellt eine ernste Bedrohung für seine Amtszeit dar. Wie er auf den wachsenden Druck reagiert, dürfte die britische Innenpolitik in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
Ob Starmer dem Druck nachgibt und tatsächlich einen Übergabeplan vorlegt oder ob er versucht, seine Position zu verteidigen, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Die Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Rebellion innerhalb der Labour-Partei weit über einzelne Hinterbänkler hinausgeht und inzwischen das Herzstück der Regierung erfasst hat.


