State Street Stratege nennt vier Trades für Anleger jetzt
Michael Arone von State Street bleibt trotz Turbulenzen bullisch und empfiehlt vier konkrete Sektoren für Investoren.

Michael Arone, Chef-Anlagestratege bei State Street Investment Management, hält trotz der jüngsten wirtschaftlichen Turbulenzen an seinem optimistischen Marktausblick fest. Das Unternehmen verwaltet ein Vermögen von 5,7 Billionen US-Dollar und hat zuletzt mehrere Sektoren auf „Overweight" hochgestuft. Arone hatte zu Beginn des Jahres 2026 für den S&P 500 einen Anstieg um 17 Prozent auf 8.000 Punkte prognostiziert – und steht weiterhin zu dieser Einschätzung.
„Ich denke, dass der Markt derzeit wie eine Feder ist, und diese Feder ist gewissermaßen gespannt; man kann sehen, dass er unbedingt nach oben will", sagte Arone gegenüber Business Insider. Er sieht mehrere Faktoren, die den Markt antreiben könnten: eine wahrscheinliche Lösung des US-Iran-Konflikts, Steuersenkungen durch den „One Big Beautiful Bill Act" sowie gesunkene durchschnittliche Zollsätze von rund 8 Prozent nach dem IEEPA-Urteil des Obersten Gerichtshofs im Februar.
Hinzu kommen laut Arone eine voraussichtlich niedrig bleibende Inflation – gestützt durch eine geringe Kündigungsrate auf dem Arbeitsmarkt und damit gedämpftes Lohnwachstum – sowie die Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve im weiteren Jahresverlauf. Auch die FIFA-Weltmeisterschaft in den USA dürfte die Unternehmensgewinne durch erhöhte Konsumausgaben in Bereichen wie Hotels, Tickets und Fanartikel leicht ankurbeln.
Die vier Overweight-Positionen von State Street
An erster Stelle stehen Technologieaktien. Arone argumentiert, dass diese Titel aktuell mit einem geringeren Aufschlag gehandelt werden, während sie gleichzeitig einen Großteil des Gewinnwachstums am Markt antreiben. „In vielerlei Hinsicht ist die Technologie von einigen dieser Dynamiken gewissermaßen isoliert und liefert ein außergewöhnliches Gewinn- und Umsatzwachstum, und ich kann dieses Wachstum im Wesentlichen zu einem marktüblichen Multiplikator kaufen", so Arone.
Zweitens setzt State Street auf Energieaktien. Laut Arone sprachen bereits vor dem Ausbruch des US-Iran-Konflikts fundamentale Faktoren für den Sektor: ein erwarteter wirtschaftlicher Erholungszyklus, eine lockerere Regulierung, größere Kapitaldisziplin der Unternehmen sowie KI-Innovationen. Der Konflikt habe das Umsatzpotenzial der Energieunternehmen durch höhere Ölpreise nun zusätzlich verbessert. „Die Aktien begannen bereits vor dem Ausbruch des Konflikts zu steigen, und nun hat sich angesichts der höheren Ölpreise ihr Umsatzpotenzial plötzlich erheblich verbessert, wobei sie zu einem weitaus günstigeren Multiplikator als der Gesamtmarkt gehandelt werden", erklärte er.
Drittens empfiehlt Arone Rohstoffaktien. Dieser Sektor profitiert laut dem Strategen von einem Trio an Treibern: erhöhte Verteidigungsausgaben, Investitionen in KI-Infrastruktur sowie geopolitische Spannungen, die Regierungen dazu veranlassen, strategische Interessen an bestimmten Materialien zu entwickeln. Die Gewinne im Rohstoffsektor wachsen demnach im Jahresvergleich um 24 Prozent.
Gold und Sachwerte als Schutz vor Deglobalisierung
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Zur AktienanalyseViertens und abschließend zeigt sich Arone optimistisch für Sachwerte – allen voran Gold. Als Haupttreiber nennt er die sich beschleunigende Deglobalisierung sowie steigende Staatsausgaben und Verschuldung in wichtigen Volkswirtschaften. State Street war in diesem Bereich bereits übergewichtet, doch der US-Iran-Krieg habe diese Einschätzung weiter bestärkt.
„Die Ausgaben, die sie alle tätigen, erhöhen auch den Schuldenstand zu einer Zeit, in der es sich viele von ihnen kaum leisten können, ihre schlechte Haushaltslage weiter auszuweiten – Deutschland, Japan, die USA usw. Daher entwerten sie ihre Währungen", sagte Arone. „All dies führt dazu, dass wir mehr Sachwerte besitzen wollen."
Für deutsche Anleger sind diese Einschätzungen besonders relevant: Angesichts der ebenfalls steigenden Verschuldung in Deutschland und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten in Europa decken sich Arones Empfehlungen mit Themen, die auch hierzulande intensiv diskutiert werden. Die Kombination aus Technologie, Energie, Rohstoffen und Gold bietet dabei eine breite Streuung über verschiedene Marktphasen hinweg.


