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Stegra sichert 1,6 Milliarden Dollar für europäisches Grünstahl-Projekt

Das schwedische Startup baut Europas erstes wasserstoffbetriebenes Stahlwerk und erhält nun entscheidende Finanzspritze.

Stegra sichert 1,6 Milliarden Dollar für europäisches Grünstahl-Projekt

Das schwedische Startup Stegra hat eine Finanzierungsrunde über 1,4 Milliarden Euro (rund 1,6 Milliarden Dollar) erfolgreich abgeschlossen. Das gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt. Angeführt wird das Konsortium von Wallenberg Investments, einer der einflussreichsten Investmentgesellschaften Schwedens.

Die Finanzierung verschafft einem der letzten verbliebenen großen Grünstahl-Projekte Europas eine wichtige Atempause. In der Region hatten zuletzt hohe Kosten und die Herausforderungen bei der Skalierung der wasserstoffbasierten Stahlproduktion dazu geführt, dass mehrere geplante Projekte gekürzt oder aufgegeben werden mussten.

„Dieses grüne Großprojekt stellt einen wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit Schwedens und die Versorgungssicherheit der EU dar", sagte Hakan Buskhe, Leiter für Spezialinvestitionen bei Wallenberg Investments und künftiges Vorstandsmitglied von Stegra.

Wallenberg-Familie als Anker für grünen Stahl

Stegra hatte bereits im April angekündigt, vorbehaltlich der Genehmigungen eine neue Finanzierung unter der Führung der schwedischen Wallenberg-Familie gesichert zu haben. Der nun vollzogene Abschluss der Runde markiert einen entscheidenden Meilenstein für das Projekt, das als Vorzeigebeispiel für die industrielle Dekarbonisierung Europas gilt.

Schweden nimmt in Europa eine Vorreiterrolle bei der Umstellung von Industrien auf erneuerbare Energien ein. Der Grund: Erneuerbarer Strom ist im Land verfügbar und vergleichsweise günstig – eine wichtige Voraussetzung für die kostenintensive Produktion von grünem Wasserstoff, der bei der Stahlherstellung anstelle von Kohle eingesetzt wird.

Doch die grüne Transformation des Landes sah sich zuletzt auch mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Als prominentes Beispiel gilt die Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt, der ebenfalls als europäisches Leuchtturmprojekt der Energiewende galt.

Bau in Boden wird intensiviert – Zeitplan unter Überprüfung

Laut einer Mitteilung vom Mittwoch hat die Finanzierungsrunde zudem eine 100-prozentige Zustimmung der Stegra-Kreditgebergruppe erhalten. Darüber hinaus hat das Unternehmen Zugriff auf noch nicht in Anspruch genommene Kreditfazilitäten, die Teil der Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2024 waren.

Stegra gab an, die Bauarbeiten an seinem Standort in Boden, im Norden Schwedens, zu intensivieren. Gleichzeitig werde der Zeitplan des Projekts derzeit überprüft. Konkrete neue Termine nannte das Unternehmen nicht.

Auch personell gibt es Veränderungen an der Spitze: Mitgründer Harald Mix, der bis Oktober den Vorstandsvorsitz innehatte und ebenfalls Mitgründer des insolventen Batterieherstellers Northvolt war, gehört dem Gremium nicht mehr an. Den Vorsitz des neu zusammengesetzten Vorstands übernimmt der Wallenberg-Veteran Leif Johansson.

Grüner Stahl als strategisches Ziel Europas

Grüner Stahl, also Stahl der mithilfe von Wasserstoff statt Kohle produziert wird, gilt als Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung der europäischen Schwerindustrie. Die Stahlproduktion ist traditionell für einen erheblichen Teil der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Projekte wie das von Stegra in Boden sind daher nicht nur wirtschaftlich, sondern auch klimapolitisch von großer Bedeutung für die EU.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsrunde zählt Stegra nun zu den wenigen Projekten in Europa, die trotz des schwierigen Marktumfelds weiter voranschreiten. Ob und wann das Werk in Boden tatsächlich in Betrieb gehen wird, bleibt angesichts der laufenden Zeitplanüberprüfung vorerst offen.

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