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Stellantis kehrt zu Dieselmotoren zurück – Elektro-Strategie gescheitert

Autobauer führt sieben Dieselmodelle in Europa wieder ein, während E-Auto-Verkäufe enttäuschen.

Stellantis kehrt zu Dieselmotoren zurück – Elektro-Strategie gescheitert

Der Automobilkonzern Stellantis vollzieht eine dramatische Kehrtwende in seiner Antriebsstrategie. Der viertgrößte Autohersteller der Welt führt seit Ende 2024 mindestens sieben Diesel-Pkw und Transporter in Europa wieder ein – darunter den Peugeot 308 und das Premium-Schrägheckmodell DS 4. Dies ergab eine Auswertung von Händler-Websites durch Reuters.

Der Konzern, zu dem Marken wie Fiat, Jeep, Peugeot, Citroën und Opel gehören, reagiert damit auf die schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. "Wir haben uns entschieden, Dieselmotoren in unserem Produktportfolio zu behalten und in einigen Fällen unser Antriebsangebot zu erweitern", teilte Stellantis mit. Man konzentriere sich auf die tatsächliche Kundennachfrage.

Massive Abschreibungen und Kurssturz

Die strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher finanzieller Belastungen. Stellantis musste vergangene Woche Abschreibungen in Höhe von 22,2 Milliarden Euro verkünden, nachdem das Unternehmen seine Elektro-Ambitionen zurückschrauben musste. Die Aktie fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit der Fusion von Fiat Chrysler und PSA im Jahr 2021.

Ursprünglich hatte der Konzern angekündigt, bis 2030 sollten vollelektrische Autos 100 Prozent des europäischen Absatzes und 50 Prozent des US-Absatzes ausmachen. Diese Ziele erscheinen nun unrealistisch. In Europa sank der Absatz 2024 um 7,3 Prozent und 2023 um weitere 3,9 Prozent.

Diesel-Comeback gegen chinesische Konkurrenz

Die Rückkehr zum Diesel verschafft Stellantis einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Herstellern, die sich fast ausschließlich auf Elektrofahrzeuge konzentrieren. Zudem sind Dieselmodelle deutlich günstiger als vollelektrische Alternativen – ein entscheidender Faktor in Zeiten wirtschaftlichen Drucks.

Betroffen von der Diesel-Renaissance sind unter anderem der Opel Astra, der Opel Combo Transporter, das siebensitzige SUV Peugeot Rifter sowie der Citroën Berlingo. Auch Premium-Modelle wie das DS7 SUV und die Alfa Romeo Modelle Tonale, Stelvio und Giulia bleiben weiterhin mit Dieselantrieb verfügbar.

Marktentwicklung begünstigt Kehrtwende

Der Strategiewechsel wird durch politische Entwicklungen begünstigt. Europa weicht seine Emissionsziele auf, was den Verbleib von Verbrennungsmotoren über einen längeren Zeitraum ermöglicht. In den USA, dem Hauptmarkt von Stellantis, hat Präsident Donald Trump diese Woche eine wissenschaftliche Erkenntnis aufgehoben, wonach Treibhausgasemissionen die menschliche Gesundheit gefährden.

Dabei schwimmt Stellantis gegen den allgemeinen Trend: Machten Dieselfahrzeuge 2015 noch mindestens 50 Prozent der Neuwagenverkäufe in Europa aus, waren es 2024 nach Daten des europäischen Automobilverbands ACEA nur noch 7,7 Prozent. Vollelektrische Autos erreichten dagegen einen Anteil von 19,5 Prozent.

Differenzierung als Strategie

Chris Knapman, britischer Redaktionsleiter bei CarGurus, sieht in der Diesel-Strategie durchaus Potenzial: "Wenn Sie eine europäische Marke sind, die sich differenzieren möchte, ist der Diesel ein Bereich, in dem Sie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber diesen neueren Marken haben könnten." Besonders für Vielfahrer und Kunden mit Anhängerbetrieb bleibe Diesel eine sinnvolle Option.

Die Gesamtzahl neuer Dieselmodelle ist allerdings stark gesunken. Im Vereinigten Königreich reduzierte sich das Angebot von 167 Modellen im Jahr 2020 auf nur noch 57 im Jahr 2024. Stellantis selbst bietet dort aktuell nur vier Dieselmodelle an – gegenüber 26 vor fünf Jahren.

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