Stellantis und Dongfeng investieren eine Milliarde Euro in Elektroautos
Das Joint Venture DPCA produziert ab 2027 neue Elektromodelle der Marken Peugeot und Jeep in Wuhan für den Weltmarkt.

Stellantis NV und die chinesische Dongfeng Motor Group haben am Freitag eine wegweisende Vereinbarung unterzeichnet. Ab 2027 sollen im gemeinsamen Joint-Venture-Werk in Wuhan Elektrofahrzeuge der Marken Peugeot und Jeep produziert werden. Die Partnerschaft der beiden Konzerne besteht bereits seit mehr als 34 Jahren.
Das gemeinsame Unternehmen trägt den Namen Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co., kurz DPCA. Die geplanten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf mehr als 8 Milliarden Yuan, was umgerechnet rund einer Milliarde Euro entspricht. Stellantis selbst wird voraussichtlich etwa 130 Millionen Euro beisteuern.
Vier neue Elektromodelle für China und den Export
Das DPCA-Werk in Wuhan soll zunächst vier völlig neue Fahrzeuge der Kategorie „New Energy Vehicles" (NEV) fertigen. Konkret sind zwei neue Peugeot-Modelle sowie zwei geländegängige Jeep-Modelle geplant. Die Fahrzeuge sind sowohl für den chinesischen Heimatmarkt als auch für den weltweiten Export bestimmt.
Die neuen Peugeot-Modelle basieren auf Konzeptfahrzeugen, die auf der Beijing Auto Show 2026 vorgestellt wurden. Damit knüpft Peugeot an seine Präsenz auf einem der weltweit größten Automobilmärkte an. Jeep wiederum setzt mit den geländegängigen NEVs auf ein Segment, das in China zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Neben der konkreten Produktionsvereinbarung unterzeichneten beide Unternehmen auch eine unverbindliche Absichtserklärung, ein sogenanntes Memorandum of Understanding. Dieses zielt auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit durch größere Skaleneffekte, gemeinsames Fachwissen sowie gemeinsame Forschungs- und Entwicklungskapazitäten ab. Die strategische Partnerschaft soll damit langfristig gestärkt werden.
Starke Worte von beiden Konzernchefs
Stellantis-Chef Antonio Filosa betonte die langjährige Zusammenarbeit als Fundament des Projekts: „Mit einer mehr als 30-jährigen Erfolgsgeschichte in der Zusammenarbeit und gemeinsamem Automobil-Know-how sind Stellantis und Dongfeng bereit, ihre Stärken weiter zu nutzen und völlig neue Fahrzeuge mit modernsten Elektro-Technologien von Marken einzuführen, denen Kunden weltweit vertrauen und die sie schätzen."
Qing Yang, Vorstandsvorsitzender der Dongfeng Group, erklärte, die Vereinbarung werde „einen neuen Weg ebnen, der durch komplementäre Stärken und Win-Win-Ergebnisse für alle Beteiligten gekennzeichnet ist" und der „Transformation von DPCA starke Impulse verleihen". Beide Konzernlenker unterstreichen damit die strategische Bedeutung des Projekts für ihre jeweiligen Unternehmen.
Das Vorhaben genießt zudem politische Rückendeckung: Die automobilindustrielle Politik der Provinz Hubei sowie die Stadtverwaltung von Wuhan unterstützen das Projekt aktiv. Wuhan gilt als eines der wichtigsten Automobilzentren Chinas und ist bereits Heimat mehrerer großer Fahrzeughersteller und Zulieferer.
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Zur AktienanalyseUmsetzung noch unter Vorbehalt
Trotz der positiven Signale steht die endgültige Umsetzung noch unter Vorbehalt. Die Ausführung entsprechender Verträge, einschließlich wirtschaftlicher und operativer Bedingungen, sowie die Erfüllung üblicher Genehmigungsvoraussetzungen müssen noch abgeschlossen werden. Für Anleger und Beobachter bleibt die finale Vertragsunterzeichnung damit ein wichtiger nächster Meilenstein.
Für Stellantis, zu dem neben Peugeot und Jeep auch Marken wie Fiat, Opel und Citroën gehören, ist das China-Engagement ein bedeutender Schritt in der globalen Elektrifizierungsstrategie. Der chinesische Markt gilt weltweit als Vorreiter bei der Einführung von Elektrofahrzeugen und bietet enormes Wachstumspotenzial für internationale Hersteller, die bereit sind, in lokale Partnerschaften zu investieren.


