Stephen Colbert kehrt nach Late-Show-Ende ins TV zurück
Nur einen Tag nach seinem letzten Auftritt in der „Late Show" überraschte Colbert das Publikum eines kleinen Bürgersenders in Michigan.

Stephen Colbert hat seine elfjährige Ära als Moderator der „Late Show" auf CBS beendet – doch die Fernsehpause dauerte nur einen einzigen Tag. Bereits am Freitagabend tauchte der bekannte US-Talkmaster als Überraschungsgast bei „Only in Monroe" auf, einem lokalen Bürgersender in Monroe, Michigan. Der Sender bedient die Stadt Monroe südlich von Detroit, nahe der Grenze zu Ohio, sowie den gleichnamigen Landkreis.
Um 23:35 Uhr Ortszeit sahen die Zuschauer des kleinen Kanals Colbert plötzlich auf ihren Bildschirmen. Der Auftritt war nicht angekündigt worden und sorgte damit für eine echte Überraschung beim lokalen Publikum. Es war jedoch nicht Colberts erster Besuch bei „Only in Monroe": Bereits im Juli 2015 hatte er dort als Gastmoderator fungiert, wie er zu Beginn der Sendung selbst in Erinnerung rief.
Prominente Gäste und ein FaceTime-Anruf
Colbert brachte für seinen Auftritt beim Bürgersender auch namhafte Gäste mit. Zu seinen Gästen zählten der Musiker Jack White und der Schauspieler Jeff Daniels – beide in Michigan aufgewachsen. Schauspieler Steve Buscemi war ebenfalls Teil der Sendung, allerdings in einem Werbespot für ein Pizzarestaurant, das denselben Nachnamen trägt.
Ein besonderer Moment der Sendung war ein FaceTime-Gespräch, das Colbert live mit Byron Allen führte. Allen ist der Komiker, der Colberts bisherigen Sendeplatz bei CBS übernehmen soll. Das Gespräch unterstrich auf humorvolle Weise den Generationswechsel im US-amerikanischen Late-Night-Fernsehen.
Kontroverse um das Ende der Late Show
Die Ankündigung, dass Colberts „Late Show" eingestellt wird, hatte im Juli für Aufsehen und Spekulationen gesorgt. Einige Beobachter vermuteten einen politischen Hintergrund: Der Mutterkonzern Paramount suchte zu diesem Zeitpunkt die regulatorische Genehmigung für seine Fusion mit dem Medienunternehmen Skydance – und Colbert war in seiner Sendung regelmäßig durch scharfe Satire auf US-Präsident Donald Trump aufgefallen. Die Aufsichtsbehörden genehmigten die Fusion von Paramount und Skydance noch im selben Monat.
Paramount selbst wies politische Motive zurück. Das Unternehmen erklärte, die Entscheidung beruhe ausschließlich auf finanziellen Faktoren. Das Late-Night-Format kämpfe generell damit, mit den veränderten Medienkonsumgewohnheiten infolge des Streaming-Booms Schritt zu halten. Diesen Punkt griff Colbert bei seinem Auftritt in Michigan scherzhaft gegenüber dem Publikum auf.
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Über seine berufliche Zukunft ließ Colbert beim Auftritt in Monroe keine konkreten Hinweise fallen. Er gab lediglich zu verstehen, was er sich als Nächstes wünscht: erneut in die lokale Sendung eingeladen zu werden. Ob und in welcher Form er ins große Fernsehen zurückkehren wird, bleibt damit vorerst offen.
Colberts Abgang bei CBS markiert das Ende einer bedeutenden Ära im US-amerikanischen Late-Night-Fernsehen. Elf Jahre lang hatte er mit seiner Mischung aus politischer Satire, prominenten Gästen und pointiertem Humor Millionen Zuschauer unterhalten. Sein erster TV-Auftritt nach dem Finale – ausgerechnet bei einem kleinen Bürgersender in Michigan – passt dabei perfekt zu seinem bekannt selbstironischen Stil.


