Steuerberater locken Fachkräfte mit Teamgeist und Anreizen
Attraktive Arbeitgeber in der Branche setzen auf vielfältige Anreizsysteme und Mitarbeiterbindung

Trotz des vermehrten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Steuerberatungsbranche sind junge Fachkräfte weiterhin hoch begehrt. Um den dringend benötigten Nachwuchs anzulocken, setzen Steuerberater nicht nur auf finanzielle Anreize wie Weihnachtsgeld, Inflationsausgleich und Prämien, sondern auch auf eine starke Firmenkultur, die den Teamgedanken in den Mittelpunkt stellt. Ein aktuelles Ranking zeigt die attraktivsten Arbeitgeber in diesem Bereich.
Die Baatz Steuerberatung in Monschau bei Aachen hat sich erfolgreich auf die Fahnen geschrieben, nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit einem starken Teamgeist junge Talente anzuziehen. Isabel Baatz, Mitinhaberin des Unternehmens, betont die Bedeutung des Miteinanders: "Wir sind ein kleines Unternehmen, und bei uns vermischen sich Berufliches und Privates zwangsläufig. Regelmäßige gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Schlittschuhlaufen oder Oktoberfestbesuche stärken unseren Teamgeist." Darüber hinaus sorgt ein Personal Trainer dafür, dass die Mitarbeiter auch körperlich fit bleiben.
Die Baatz Steuerberatung hat ihre Mitarbeiterzufriedenheit konsequent in den Fokus gerückt, was sich bereits ausgezahlt hat. In einer aktuellen Studie zu den Arbeitsbedingungen bei Steuerberatern in Deutschland schnitt das Unternehmen als bester Arbeitgeber ab. Die Studie, die vom Sozialwissenschaftlichen Institut Schad (SWI) in Hamburg durchgeführt wurde und an der 1200 Unternehmen teilnahmen, zeigte, dass viele Steuerberatungskanzleien verstärkt in die Mitarbeitergewinnung investieren, da die Branche mit einem massiven Fachkräftemangel zu kämpfen hat.
Ein Problem, das sich zukünftig noch verschärfen könnte, da fast 20 Prozent der Steuerberater laut Bundesteuerberaterkammer bereits 60 Jahre oder älter sind. Die jungen Nachwuchskräfte haben zudem neue Ansprüche an Arbeitsbedingungen, wie etwa das Recht auf Homeoffice. Viele Kanzleien reagieren darauf mit verschiedenen Vergünstigungen, von Massagen und Physiotherapie-Anwendungen bis hin zu Zuschüssen zur Kinderbetreuung.
Darüber hinaus setzen einige Kanzleien auf kreative Anreize, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Einige bieten Wohnmobile zur Nutzung an, andere gewähren zusätzliche Urlaubstage oder passen die Gehälter regelmäßig an. Einige Kanzleien experimentieren sogar mit der Idee einer Viertagewoche, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.
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Zur AktienanalyseTrotz all dieser Maßnahmen wird der Fachkräftemangel in der Steuerberatungsbranche voraussichtlich weiterhin ein Problem darstellen. Dies zeigt sich auch in einer Studie der Haufe Akademie, in der 40 Prozent der jungen Menschen die Tätigkeiten in diesem Bereich als eintönig einschätzen und daher nicht in Betracht ziehen. Um diesem Imageproblem entgegenzuwirken, setzen Kanzleien verstärkt auf Weiterbildung und Qualifizierung ihres bestehenden Personals.
Laut der SWI-Umfrage investieren bereits 45 Prozent der Unternehmen in interne Schulungen, wobei große Kanzleien mit mehr als 100 Beschäftigten in dieser Hinsicht führend sind. Zusätzlich planen 67 Prozent der größeren Unternehmen, ihr Budget für Fortbildungen in den kommenden Jahren auszuweiten. Ein wichtiger Zukunftsfaktor, den die Steuerberatungskanzleien im Blick haben, ist auch die Künstliche Intelligenz (KI). 91 Prozent von ihnen sehen KI als entscheidenden Faktor für den künftigen Geschäftserfolg. Viele Kanzleien haben bereits begonnen, KI in ihren Arbeitsalltag zu integrieren, sei es zur Texterstellung für Websites oder zur Zusammenfassung von Gerichtsurteilen. Die Digitalisierung schreitet voran, und die Steuerberaterbranche ist sich bewusst, dass sie sich diesem Wandel nicht verschließen kann.


