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Stifel empfiehlt Kauf von Anleihevolatilität trotz geopolitischer Risiken

Das US-Investmenthaus sieht attraktive Einstiegschancen, da MOVE-Index und TLT nahe Jahrestiefs notieren.

Stifel empfiehlt Kauf von Anleihevolatilität trotz geopolitischer Risiken

Stifel hat die Anleihevolatilität als günstige Kaufgelegenheit identifiziert. Der MOVE-Index – das Pendant zum Aktien-Angstbarometer VIX für den Anleihenmarkt – sowie der TLT-ETF für US-Staatsanleihen notieren nahe Einjahrestiefs. Dies gilt trotz eines jüngsten Ausverkaufs, bei dem 2-jährige, 5-jährige und 10-jährige US-Staatsanleihen um etwa 18 bis 20 Basispunkte anzogen.

Der klassische Angstindex VIX ist inzwischen auf über 25 geklettert, verglichen mit 19 noch am 27. Februar. Die Skew-Profile – also die Schieflage der Volatilitätskurven – versteilern sich über wichtige ETFs hinweg. Gleichzeitig zeigt der Aktienmarkt bislang kaum Reaktion auf diese Warnsignale: Die realisierte 30-Tage-Volatilität des S&P 500 liegt lediglich bei 12, was einem ungewöhnlich hohen Spread von rund 14 Punkten gegenüber dem VIX entspricht.

Konkrete Handelsstrategie für schwächelnde Realwirtschaft

Stifel schlägt eine spezifische Optionsstruktur vor: Long TLT May 91 Call zu einem Preis von 0,97 US-Dollar, was 1,1 Prozent des Spot-Preises entspricht. Das anfängliche Delta liegt bei 32,2, referenziert bei einem TLT-Kurs von 88,54 US-Dollar. Diese Strategie zielt darauf ab, von steigenden Anleihekursen zu profitieren, falls sich die Realwirtschaft weiter abschwächt.

Das Unternehmen analysierte vier frühere US-Militäraktionen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf Ölpreise sowie US-Staatsanleihen. Das Ergebnis: Ein gleichzeitiger Ausverkauf von US-Staatsanleihen bei steigenden Ölpreisen ist historisch untypisch – besonders bei einem MOVE-Index nahe Zweijahrestiefs und einer TLT-Volatilität im 12er-Bereich.

Implizite Volatilität signalisiert erhöhte Risikoprämien

Die realisierte 30-Tage-Volatilität des S&P 500 liegt im 48. Perzentil über einen Einjahres-Betrachtungszeitraum. Die implizite Einmonatsvolatilität hingegen befindet sich bereits im 89. Perzentil – eine deutliche Divergenz. Diese Lücke zwischen tatsächlicher und erwarteter Schwankungsbreite deutet darauf hin, dass der Markt Risiken einpreist, die sich bislang noch nicht in den Indexbewegungen materialisiert haben.

Bei den Sektor-ETFs zeigt sich ein ähnliches Bild: QQQ und SPY weisen gegenüber ihren Acht-Wochen-Durchschnitten erhöhte implizite Volatilitäten auf. Die impliziten Straddle-Bewegungen der meisten Sektor-ETFs notieren mit einem Aufschlag von 50 Basispunkten oder mehr gegenüber den realisierten Spannen. Lediglich QQQ, IWM und TLT bewegen sich noch im Einklang mit den tatsächlich beobachteten Schwankungsbreiten.

Für die laufende Woche stehen mehrere marktbewegende Ereignisse an. Die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) am Mittwoch gelten als wichtiger Indikator für die weitere Zinspolitik der Federal Reserve. Hinzu kommen die Quartalszahlen von Oracle am Dienstag – der Einmonats-Put-Skew der Aktie signalisiert mit einem Wert im 70. Perzentil eine erhöhte bärische Aktivität. Zudem weiten sich die OAS-Credit-Spreads weiter aus, was auf steigende Risikoaufschläge im Kreditmarkt hindeutet.

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