Straße von Hormus: Normalbetrieb erst in über 12 Monaten erwartet
Prognosemärkte sehen nur noch 47% Chance auf Normalisierung des Schiffsverkehrs bis Juli 2027 – ein dramatischer Einbruch innerhalb von zwei Tagen.

Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ist auf den Prognosemärkten stark gesunken. Auf der Plattform Kalshi fiel die Chance, dass der Verkehrsfluss durch die strategisch wichtige Meerenge bis Juli 2027 wieder normal verläuft, innerhalb von nur zwei Tagen von fast 70% auf 47%. Damit liegt die Marktwahrscheinlichkeit erstmals unter der 50%-Marke – ein deutliches Signal, dass Marktteilnehmer mit einer anhaltenden Störung rechnen.
Ausgelöst wurde der Einbruch durch eine Eskalation der US-amerikanischen Militäraktionen gegen den Iran. Die USA flogen in der 13. Nacht in Folge Angriffe auf iranische Ziele, und Präsident Donald Trump kündigte in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Axios am Donnerstag einen weiteren „massiven Angriff" gegen den Iran an. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social erklärte Trump zudem, er werde den Iran zur Verantwortung ziehen, falls die Huthi-Rebellen weitere Angriffe verüben.
Huthis und Rotes Meer als neue Eskalationsstufe
Eine zusätzliche Dimension erhält die Lage durch die Aktivitäten der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. Diese behaupten, zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen zu haben. Matt Smith, Leiter der Rohstoffforschung beim Datenanbieter Kpler, erklärte gegenüber dem CNBC-Programm „Squawk Box", dass die Huthi-Angriffe dem Zeitplan für eine Wiedereröffnung der Meerenge eine neue „Dimension" verleihen.
Die Straße von Hormus gilt als eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels, insbesondere aus den Golfstaaten Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak. Eine anhaltende Störung des Verkehrs hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung und die Rohstoffpreise.
Diplomatische Bemühungen aus Pakistan und China
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Zur AktienanalyseParallel zur militärischen Eskalation gibt es erste diplomatische Signale. Reuters berichtete am Freitag unter Berufung auf drei pakistanische Quellen, dass Pakistan – mit zusätzlichem Impuls aus China – auf Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran drängt. Ob diese Bemühungen Früchte tragen, bleibt angesichts der aktuellen Lage offen.
Die Entwicklungen auf den Prognosemärkten gelten als Echtzeit-Stimmungsbarometer für geopolitische Risiken. Der drastische Rückgang der Wahrscheinlichkeit auf Kalshi zeigt, dass professionelle und private Marktteilnehmer die Situation zunehmend pessimistisch einschätzen. Für Anleger, die in Rohstoff- oder Energiewerte investiert sind, bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus damit ein zentrales Risikofaktor, den es genau zu beobachten gilt.


