Straße von Hormus: Ölpreise steigen fast vier Prozent
Spannungen zwischen Iran und USA erschüttern die globalen Märkte – Brent und US-Rohöl legen fast vier Prozent zu.

Die globalen Finanzmärkte starteten mit erheblicher Unsicherheit in die neue Woche. Der Auslöser: gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten im Persischen Golf sowie Teherans Behauptung, die strategisch bedeutsame Straße von Hormus geschlossen zu haben. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung.
US-Präsident Donald Trump betonte, die Meerenge sei für den Handelsverkehr offen. US-Beamte erklärten zudem, dass in den vergangenen 24 Stunden 20 Schiffe durch die Wasserstraße eskortiert worden seien. Dennoch berichtete die UKMTO, dass sich die Durchfahrten bereits bis Freitag auf 10 verlangsamt hatten. Schiffsverfolgungsseiten zeigten am Montag keine Schiffe im engsten Teil der Meerenge – zumindest keine mit eingeschalteten Transpondern.
Ölpreise und Märkte unter Druck
Allein die Bedrohung der Schifffahrtsroute reichte aus, um die Märkte in Bewegung zu versetzen. Brent-Rohöl und US-Rohöl stiegen um fast vier Prozent. Gleichzeitig kletterten die Renditen zehnjähriger Anleihen um zwei Basispunkte, und der US-Dollar legte auf breiter Front zu.
An den Aktienmärkten zeigte sich ein klares Bild: Der Nikkei führte die asiatischen Indizes nach unten. Europäische Aktien-Futures notierten rund 0,6 Prozent im Minus, und auch Nasdaq-Futures verloren 0,6 Prozent. Damit rückt die bevorstehende Berichtssaison zusätzlich in den Fokus der Anleger – insbesondere die Frage, ob die hohen Erwartungen an KI-Unternehmen und Chiphersteller erfüllt werden können.
KI-Investitionsboom belastet freien Cashflow
Analysten der Bank of America (BofA) schlugen in diesem Zusammenhang Alarm: Der Boom bei KI-Investitionen (Capex) untergrabe zunehmend die Cash-Generierung der großen Technologiekonzerne. Hyperscaler haben in diesem Jahr bereits 234 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Der erwartete freie Cashflow dürfte damit zum ersten Mal seit mindestens 2007 ins Negative drehen.
Die Berichtssaison startet am Dienstag mit den Großbanken. Auch Netflix und General Electric stehen auf der Agenda. Anleger werden genau beobachten, ob die Unternehmen trotz des schwierigen Umfelds überzeugen können.
Fed, Inflation und Währungsmärkte im Blick
Parallel dazu erhöhten Anleger die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Dies geschieht nur einen Tag bevor Fed-Vorsitzender Kevin Warsh erstmals in seiner neuen Funktion vor dem Kongress aussagen wird. Die Inflationsdaten für Juni, die am Dienstag veröffentlicht werden, könnten eine Abkühlung der Gesamtrate auf 4,2 Prozent zeigen – bedingt durch sinkende Benzinpreise. Allerdings dürfte dieser Effekt angesichts der erneut steigenden Ölpreise teilweise wieder verpuffen.
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Zur AktienanalyseAm Devisenmarkt festigte sich der Dollar auf 162,05 Yen und machte damit einen Teil der Verluste vom Freitag wett. Hintergrund: Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama hatte die Idee ins Spiel gebracht, den 1,8 Billionen US-Dollar schweren staatlichen Pensionsfonds (GPIF) sowie andere Vorsorgeeinrichtungen dazu zu bewegen, einen Teil ihrer Barreserven ins Inland zurückzuholen.
Das britische Pfund gab auf 1,3381 US-Dollar nach. In Großbritannien steht eine politisch bedeutsame Woche bevor: Andy Burnham soll am Freitag offiziell zum Labour-Vorsitzenden ernannt und am 20. Juli zum Premierminister bestimmt werden.
Wichtige Rednerauftritte prägen den weiteren Tagesverlauf. Erwartet werden Statements von Fed-Gouverneur Christopher Waller, der stellvertretenden Fed-Vorsitzenden für Bankenaufsicht Michelle Bowman, EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sowie der Exekutivdirektorin der Bank of England, Ruth Smith.

