Straße von Hormus: Schifffahrt trotz US-Zusagen weiter blockiert
Trotz Trumps Ankündigung, die Schifffahrt freizugeben, herrscht in der Straße von Hormus weiterhin weitgehende Stille.

Die Straße von Hormus bleibt für den internationalen Schiffsverkehr weitgehend gesperrt – trotz der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die USA würden Maßnahmen zur Freigabe der Schifffahrt einleiten. Am Montag zeigte sich laut Daten von MarineTraffic keinerlei Anzeichen für ein erhöhtes Schiffsaufkommen in der strategisch bedeutsamen Meerenge. Lediglich ein sanktionierter LPG-Frachter der Handy-Size-Klasse, einige Frachtschiffe sowie ein Kabelleger passierten den Golf von Oman.
Tanker oder andere Handelsschiffe, die sich für eine Durchfahrt aufgestellt hätten, waren nicht zu sehen. Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd erklärte, dass die Passage für ihre Schiffe aufgrund mangelnder Klarheit über sichere Durchfahrtsverfahren weiterhin unmöglich sei. Damit bleibt eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt de facto gesperrt.
Unklarheit über US-Operation hält Reedereien zurück
Das US Central Command (CENTCOM) kündigte an, am Montag mit der Unterstützung zur Wiederherstellung der Freiheit der Schifffahrt durch die Meerenge zu beginnen – während die Blockade iranischer Häfen gleichzeitig fortgesetzt werde. Doch die Schifffahrtsindustrie hat bislang keine konkreten Anweisungen bezüglich der US-Operation und deren Absichten erhalten. Dies teilte der einflussreiche Schifffahrtsverband Baltic and International Maritime Council (BIMCO) mit, der Sicherheitswarnungen für die gesamte Branche bereitstellt.
„Ohne die Zustimmung des Irans, Handelsschiffe sicher durch die Straße von Hormus passieren zu lassen, ist derzeit unklar, ob die iranische Bedrohung für Schiffe gemindert oder unterdrückt werden kann", sagte Jakob Larsen, Leiter der Sicherheitsabteilung bei BIMCO. Das von den USA geführte Joint Maritime Information Center stufte die Bedrohungslage für die maritime Sicherheit in der Meerenge als „kritisch" ein und riet Seeleuten, eine Route über omanische Hoheitsgewässer südlich des Verkehrstrennungsgebiets in Betracht zu ziehen.
Iran beharrt auf Kontrolle – Hunderte Schiffe festgehalten
Der Iran seinerseits warnte die US-Marine, sich aus der Straße von Hormus fernzuhalten, und erklärte, dass Handelsschiffe jede Durchfahrt mit seinem Militär koordinieren müssten. Teheran veröffentlichte zudem eine neue Karte, die das angebliche Kontrollgebiet des Irans skizziert – ein klares Signal, dass das Land keine einseitige Öffnung der Meerenge durch die USA akzeptieren will.
CENTCOM bezeichnete die US-Einsätze als „defensiv" und erklärte, man werde diplomatische Bemühungen mit militärischer Koordinierung verbinden. Die Lage bleibt damit verfahren: Auf der einen Seite die USA mit dem Anspruch, die Schifffahrtsfreiheit wiederherzustellen, auf der anderen Seite der Iran, der die Kontrolle über die Meerenge beansprucht.
Das Ausmaß der humanitären und wirtschaftlichen Folgen ist erheblich. Laut der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) konnten infolge des Iran-Krieges Hunderte von Handelsschiffen und bis zu 20.000 Seeleute die Wasserstraße nicht passieren. Die am 13. April verhängte US-Seeblockade gegen iranische Häfen hat zudem die Ölexporte Teherans massiv einbrechen lassen.
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Zur AktienanalysePakistanische Besatzung des Containerschiffs Touska evakuiert
Ein kleines Zeichen der Entspannung: Pakistan teilte mit, dass alle 22 Besatzungsmitglieder des unter iranischer Flagge fahrenden Containerschiffs Touska nach Pakistan evakuiert wurden und in ihre Heimat zurückkehren würden. Das Schiff war im vergangenen Monat von US-Streitkräften geentert und beschlagnahmt worden. Das pakistanische Außenministerium erklärte, das Schiff werde nach Reparaturen ebenfalls an seine Eigentümer zurückgegeben, und bezeichnete den Schritt als „vertrauensbildende Maßnahme".
Für die globale Schifffahrt und insbesondere für europäische Reedereien wie Hapag-Lloyd bleibt die Lage angespannt. Die Straße von Hormus ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt und für den Transport von Rohöl und Flüssiggas aus dem Persischen Golf von zentraler Bedeutung. Solange keine klaren Sicherheitsgarantien vorliegen, dürfte der Großteil der Handelsflotte die Meerenge meiden.


