Strategy-Aktie bricht ein: Bitcoin-Modell unter Druck
Der Kurs von Strategy Inc fiel vorbörslich um 6,2 % – Anleger zweifeln am Bitcoin-Finanzierungsmodell des Unternehmens.

Die Aktie von Strategy Inc (ehemals MicroStrategy) rutschte im vorbörslichen Handel um 6,2 % auf 86,97 US-Dollar ab. Damit verpuffte die Rallye der vorangegangenen Sitzung vollständig. Auslöser war das neu angekündigte „Digital Credit Capital Framework" des Unternehmens, das Anleger kritisch bewerteten.
Das vom Board genehmigte Rahmenwerk sieht den potenziellen Verkauf von Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar vor, um die Dollar-Reserven des Unternehmens aufzufüllen. Zusätzlich sind separate Rückkaufprogramme in Höhe von je 1 Milliarde US-Dollar für Stammaktien der Klasse A sowie für Digital-Credit-Vorzugsaktien geplant. Das stellt eine deutliche Abkehr von der langjährigen Unternehmensphilosophie dar, niemals Bitcoin zu verkaufen.
Bewertung fällt unter Bitcoin-Bestandswert
Eine besonders alarmierende Entwicklung für Investoren: Der Unternehmenswert von Strategy ist erstmals unter den Wert seiner eigenen Bitcoin-Bestände gefallen. Das sogenannte mNAV-Verhältnis – ein Maß dafür, mit welchem Aufschlag die Aktie gegenüber dem Bitcoin-Nettovermögen gehandelt wird – sank auf 0,99. CEO Phong Le hatte diesen Wert zuvor ausdrücklich als potenziellen Auslöser für eine Bitcoin-Monetarisierung bezeichnet.
Dieser Schwellenwert ist für Anleger bedeutsam, weil das Geschäftsmodell von Strategy maßgeblich auf einem Bewertungsaufschlag gegenüber seinen Bitcoin-Beständen basiert. Fällt dieser Aufschlag weg, verliert das Unternehmen einen zentralen Vorteil gegenüber einem direkten Bitcoin-Investment.
Die Vorzugsaktie STRC, die das Herzstück des Kapitalbeschaffungsmechanismus von Strategy bildet, notiert derzeit deutlich unter ihrem Nennwert von 100 US-Dollar. Das verteuert künftige Finanzierungen über Vorzugsaktien erheblich und schränkt die Fähigkeit des Unternehmens ein, weitere Bitcoin zu günstigen Konditionen zu erwerben – ein Kernbestandteil der bisherigen Wachstumsstrategie.
Insider-Verkäufe und Bitcoin-Schwäche belasten zusätzlich
Erschwerend kommt hinzu, dass Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 25,9 Millionen US-Dollar verkauft haben. Dieses Signal wurde vom Markt aufmerksam registriert und verstärkt die Skepsis gegenüber der weiteren Entwicklung des Unternehmens.
Auf makroökonomischer Ebene steht auch Bitcoin selbst unter Druck. Im vorbörslichen Handel verzeichnete die Kryptowährung ein Minus von rund 1,4 % und bewegte sich nahe der Marke von 59.030 US-Dollar. Damit setzt sich der anhaltende Rückgang vom Ende 2025 erreichten Allzeithoch bei knapp 126.000 US-Dollar fort. Da Strategy 847.363 BTC in seiner Bilanz hält, wirkt sich jeder Kursrückgang bei Bitcoin unmittelbar auf die Vermögenssituation des Unternehmens aus.
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Zur AktienanalyseAktie nähert sich 52-Wochen-Tief
Insgesamt spiegelt der vorbörsliche Rückgang eine grundlegende Neubewertung durch den Markt wider. Was zunächst als proaktive Neugestaltung des Kapitalmanagements begrüßt wurde, wird nun gegen die Realität abgewogen, dass das Premium-Bewertungsmodell von Strategy nicht mehr greift.
Die Aktie nähert sich mit dem aktuellen Kurs von 86,97 US-Dollar ihrem 52-Wochen-Tief von 81,81 US-Dollar – und liegt damit weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 457,22 US-Dollar. Für deutsche Anleger, die Strategy als Bitcoin-Proxy im Depot halten, verdeutlicht diese Entwicklung das erhebliche Risiko, das mit dem gehebelten Bitcoin-Geschäftsmodell des Unternehmens verbunden ist.


