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Strompreise steigen auf Höchstwert seit Energiekrise

Dunkelflaute und Kälte treiben Stromkosten in die Höhe

Strompreise steigen auf Höchstwert seit Energiekrise

Am Mittwochabend hat der Strompreis an der Börse auf einen der höchsten Werte seit der Energiekrise steigen. Grund für diesen massiven Preisanstieg ist die derzeitige Wetterlage: Es herrscht wenig Wind, und im November steht ohnehin nur wenig Sonnenenergie zur Verfügung. Zusätzlich führt die Kälte zu einem erhöhten Energieverbrauch, was in Kombination mit dem knappen Stromangebot den Preis weiter steigen lässt.

Der Stromanbieter Tibber, der seinen Kunden statt eines monatlichen Festpreises börsenabhängige Strompreise bietet, informierte seine Nutzer bereits über die hohen Kosten. Auch Philipp Schröder, Geschäftsführer des Stromanbieters 1Komma5, äußerte sich dazu auf der Plattform LinkedIn. Er beschrieb die Lage als eine typische „Dunkelflaute“, bei der die Abwesenheit von Wind und Sonne auf eine hohe Nachfrage trifft, da viele Menschen abends nach Hause kommen und Strom verbrauchen. Tobias Federico, Geschäftsführer des Analyseunternehmens Energy Brainpool, erklärte, dass am Mittwoch so gut wie kein Windstrom in Europa produziert wird. In Deutschland erreichte die Stromproduktion am Nachmittag ihre Kapazitätsgrenze für konventionelle Kraftwerke.

Um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, importiert Deutschland daher große Mengen Strom aus Nachbarländern. Laut Electricity Maps bezog Deutschland am Vormittag etwa 14 Gigawatt Leistung aus dem Ausland, was rund 20 Prozent des Bedarfs entspricht. Die Situation hat zu erhöhten Strompreisen in weiten Teilen Europas geführt, wobei die Preise in Deutschland sowie in Tschechien, der Slowakei und Ungarn besonders hoch sind. Betroffen von diesen Preisschwankungen sind Haushalte und Unternehmen, die einen dynamischen Stromtarif nutzen. Diese Tarife, bei denen sich der Strompreis am Markt orientiert, könnten die Stromkosten während der teuren Abendstunden signifikant erhöhen.

Dynamische Stromtarife waren für viele Verbraucher in den vergangenen Monaten vorteilhaft, wie eine Studie des Verbraucherzentralen Bundesverbands zeigte. Besonders Haushalte mit hohem Verbrauch profitierten von den schwachen Preisen. Damit jedoch mehr Kunden diese flexiblen Tarife nutzen können, müsste die Verbreitung von intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern, in Deutschland erhöht werden. Die Bundesregierung arbeitet daran, die Nutzung dieser Geräte zu fördern, doch eine flächendeckende Ausstattung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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