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Strompreise steigen um 6,9 Prozent – KI-Rechenzentren treiben Inflation

Goldman Sachs warnt vor weiter steigenden Energiekosten durch massiven Strombedarf der KI-Industrie.

Strompreise steigen um 6,9 Prozent – KI-Rechenzentren treiben Inflation

Die Strompreise in den USA sind im Jahr 2025 um 6,9 Prozent gestiegen – mehr als das Doppelte der allgemeinen Inflationsrate von 2,9 Prozent. Goldman Sachs warnt in einer aktuellen Analyse, dass amerikanische Haushalte in den kommenden Jahren keine Entlastung erwarten können. Der Hauptgrund: Der rasant wachsende Energiebedarf von Rechenzentren für künstliche Intelligenz.

Die Analysten der US-Investmentbank prognostizieren, dass Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts 40 Prozent des Wachstums der Stromnachfrage ausmachen werden. Dies werde das verfügbare Einkommen der Verbraucher verringern, die Konsumausgaben dämpfen und das Wirtschaftswachstum leicht verlangsamen. Bis 2027 müssen Haushalte mit einem weiteren Preisanstieg von 6 Prozent rechnen, bevor sich die Inflation 2028 aufgrund niedrigerer Erdgaspreise auf 3 Prozent verlangsamt.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich: Goldman Sachs erwartet, dass das Wachstum der Konsumausgaben bis 2027 um 0,2 Prozent sinken wird. Das Wirtschaftswachstum insgesamt dürfte sich infolgedessen um 0,1 Prozent verlangsamen. Die höheren Strompreise werden zudem die Kerninflation bis 2027 um 0,1 Prozent und 2028 um 0,05 Prozent erhöhen, da Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Regionale Unterschiede und Versorgungsengpässe

Die Preisentwicklung wird laut Goldman Sachs innerhalb der USA stark variieren, abhängig von regionalen Marktstrukturen und regulatorischen Entscheidungen. Besonders betroffen sind Kalifornien, der Mittlere Westen und die Mittelatlantik-Region, wo die Großhandelspreise für Strom deutlich steigen dürften.

Das Problem verschärft sich durch ein begrenztes Stromangebot. Regulatorische Hürden sowie Arbeitskräfte- und Materialmangel erschweren den Bau neuer Kraftwerke erheblich. Das knappe Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage treibt die Preise zusätzlich in die Höhe. Versorgungsunternehmen müssen massiv in die Infrastruktur investieren, um die wachsende Nachfrage zu decken – Kosten, die ebenfalls an die Endverbraucher weitergegeben werden.

Politischer Sprengstoff vor den Zwischenwahlen

Die Rolle der KI-Industrie bei der Strompreisinflation hat sich vor den Zwischenwahlen im November zu einem zentralen politischen Streitpunkt entwickelt. Die Demokratinnen Mikie Sherrill und Abigail Spanberger gewannen 2025 die Gouverneurswahlen in New Jersey beziehungsweise Virginia unter anderem mit dem Versprechen, die Stromrechnungen unter Kontrolle zu bringen.

Präsident Donald Trump begrüßt die KI-Industrie zwar als Motor für das Wirtschaftswachstum, sieht die steigenden Strompreise jedoch zunehmend als Bedrohung für die politischen Aussichten der Republikanischen Partei. Im Januar sicherte sich Trump ein Versprechen von Microsoft, dass das Unternehmen nicht zulassen werde, dass seine Rechenzentren die Preise in die Höhe treiben.

Das Weiße Haus unterzeichnete im vergangenen Monat zudem ein Abkommen mit mehreren Bundesstaaten. Es sieht vor, dass Technologieunternehmen für neue Kraftwerke im größten Stromnetz des Landes, PJM Interconnection, aufkommen müssen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Preisentwicklung zu bremsen, bleibt abzuwarten.

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