Studie mit 200 Kindern: So bleiben Eltern lebenslang Vertrauensperson
Eine Expertin für bewusste Elternschaft hat über 200 Eltern-Kind-Beziehungen untersucht und sieben entscheidende Verhaltensweisen identifiziert.

Viele Eltern glauben, dass ein enges Verhältnis zu ihrem Kind automatisch dazu führt, dass es sich ihnen öffnet. Doch Reem Raouda, zertifizierte Coach für bewusste Elternschaft und Gründerin von „The Safe Mom", kommt nach jahrelanger Arbeit mit Familien zu einem anderen Schluss. Nach der Untersuchung von mehr als 200 Eltern-Kind-Beziehungen stellt sie fest: Nähe allein reicht nicht aus.
Entscheidend ist laut Raouda das Vertrauen des Kindes in das, was passiert, wenn es sich öffnet. Kinder, die sich auch mit 7, 17 oder sogar 27 Jahren noch an ihre Eltern wenden, haben eines gemeinsam: Sie wissen, dass schwierige Gespräche willkommen sind. Die Eltern dieser Kinder schaffen aktiv Raum dafür – und das bereits in jungen Jahren.
Die sieben entscheidenden Verhaltensweisen
Erstens behandeln erfolgreiche Eltern die Emotionen ihres Kindes nicht als Problem oder Bedrohung. Wer die innere Welt seines Kindes kennt, hat gelernt, Gefühle anzunehmen, ohne sofort in den Lösungsmodus zu schalten. Kinder spüren das – und vertrauen darauf, auch schwierige Themen nach Hause bringen zu können.
Zweitens verstecken sich diese Eltern nicht hinter ihrer Elternrolle. Sie teilen selbst, was sie begeistert, was sie stresst und was ihnen wichtig ist. Kinder öffnen sich eher, wenn sie nicht das Gefühl haben, die Einzigen zu sein, die sich verletzlich zeigen.
Drittens stellen sie andere Fragen. Während die meisten Eltern nach Noten, Sport und Hausaufgaben fragen, erkundigen sich diese Eltern auch nach Gedanken und Gefühlen ihrer Kinder. Das signalisiert: Nicht nur Leistung zählt, sondern auch das innere Erleben.
Viertens lassen sie das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen zu. Begeisterung und Dankbarkeit werden von den meisten Eltern gerne angenommen – Wut, Eifersucht oder Traurigkeit hingegen oft nicht. Kinder lernen schnell, welche Gefühle sicher geteilt werden können. Wer bestimmte Emotionen nicht willkommen heißt, riskiert, dass das Kind aufhört, diese zu teilen.
Fehler eingestehen und Verantwortung übernehmen
Fünftens entschuldigen sich diese Eltern und greifen schwierige Momente noch einmal auf. Sie wissen, dass sie nicht perfekt sind, und übernehmen Verantwortung. Kinder lernen dadurch, dass Beziehungen Fehler aushalten können – und dass es sicher ist, nach einem Konflikt zurückzukehren.
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Zur AktienanalyseSechstens befreien sie ihre Kinder von der Verantwortung, die Emotionen der Erwachsenen zu managen. Raouda berichtet, dass viele Kinder genau überlegen, wann sie Themen ansprechen, Fehler verbergen oder schwierige Gespräche meiden – schlicht, um die Eltern nicht zu verärgern. Die gesündesten Beziehungen entstehen dort, wo Kinder nicht für das emotionale Wohlbefinden der Erwachsenen verantwortlich gemacht werden.
Siebtens schaffen diese Eltern Gelegenheiten für Gespräche, anstatt Kinder mit Fragen zu überhäufen. Mehr Fragen zu stellen ist laut Raouda selten die Lösung, wenn Kinder nur Ein-Wort-Antworten geben. Kinder öffnen sich, wenn sie echte Neugier spüren – nicht, wenn sie sich wie in einem Interview fühlen. Eltern, die am meisten über das Leben ihrer Kinder wissen, erzählen Geschichten aus ihrem eigenen Alltag und verbringen Zeit miteinander ohne feste Agenda.
Raouda fasst ihre zentrale Botschaft so zusammen: Sein Kind zu lieben und ihm das Gefühl von Sicherheit zu geben, ist nicht dasselbe. Mit ihrer Arbeit als Coach, Rednerin und Autorin sowie ihrer „The Safe Mom Masterclass" unterstützt sie Eltern dabei, emotional gesunde Kinder durch emotionale Sicherheit, Verbindung und Selbsterkenntnis zu erziehen.


