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Südafrikas Zentralbank hebt Leitzins auf 7% an

Erste Zinserhöhung seit 2023: Die SARB reagiert auf verschärfte Inflationsrisiken durch den anhaltenden Iran-Krieg.

Südafrikas Zentralbank hebt Leitzins auf 7% an

Die südafrikanische Zentralbank (SARB) hat am Donnerstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 7% angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit 2023. Gouverneur Lesetja Kganyago gab die Entscheidung in Pretoria bekannt und begründete sie mit verschärften Inflationsrisiken infolge des Iran-Krieges.

Die Entscheidung des sechsköpfigen geldpolitischen Ausschusses entsprach den Erwartungen: Fast alle 19 von Bloomberg befragten Ökonomen hatten eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt prognostiziert. Das Votum fiel jedoch nicht einstimmig aus – vier Mitglieder stimmten für die Erhöhung, zwei sprachen sich für eine Beibehaltung des bisherigen Zinsniveaus aus.

„Der Ausschuss war sich einig, dass sich die Inflationsrisiken verschärft haben und dass die Herausforderung durch große und sich überschneidende Schocks wahrscheinlich Zweitrundeneffekte auslösen würde, die eine geldpolitische Reaktion erfordern", erklärte Kganyago. „Unsere Entscheidung zielte darauf ab, Risiken zu steuern und sicherzustellen, dass die Inflation zum Zielwert zurückkehrt."

Debatte über stärkere Zinserhöhung

Kganyago gab bekannt, dass die Ausschussmitglieder ausführlich über eine Erhöhung um 50 Basispunkte diskutiert hatten. Letztlich entschieden sie sich jedoch für einen vorsichtigeren Ansatz, um zunächst weitere Informationen zu sammeln. Die Zentralbank strebt eine Inflation von 3% an, mit einem Toleranzband von jeweils einem Prozentpunkt nach oben und unten.

Die aktuelle Zinserhöhung folgt auf die Entscheidung des Ausschusses im März, die Zinsen unverändert zu lassen. Damals hatte die SARB bereits gewarnt, dass eine straffere Geldpolitik notwendig werden könnte, sollte der Nahostkonflikt andauern. Diese Warnung hat sich nun bewahrheitet.

Die Beamten untersuchten drei verschiedene Szenarien, die unterschiedliche Ausmaße einer erhöhten Inflation und eines verringerten Wirtschaftswachstums infolge des Krieges abbildeten. Alle drei Szenarien deuteten darauf hin, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik erforderlich sein würde. Das schwerwiegendste Szenario prognostizierte, dass die Zinsen bis zum dritten Quartal dieses Jahres sogar 7,83% erreichen könnten.

Marktreaktionen in Johannesburg

An den Finanzmärkten zeigte sich eine gemischte Reaktion auf die Zinsentscheidung. Der südafrikanische Rand notierte kurz nach der Bekanntgabe rund 0,2% fester bei 16,327 pro US-Dollar. Die Rendite 10-jähriger südafrikanischer Staatsanleihen fiel von ihrem Tageshoch um neun Basispunkte auf 8,62%. Der Referenzindex der Johannesburger Börse gab hingegen um 1,1% nach.

Gouverneur Kganyago mahnte in seiner Stellungnahme zu globaler Wachsamkeit gegenüber Inflationsgefahren: „Wir hatten in diesem Jahrzehnt bereits einen globalen Inflationsschub und stehen möglicherweise am Beginn eines weiteren." Er betonte die Verantwortung der Notenbanken: „In solchen ungünstigen Szenarien ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Zentralbanken ihre Glaubwürdigkeit bewahren und verhindern, dass sich eine höhere Inflation verfestigt."

Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht die Entscheidung der SARB, wie weitreichend die wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Konflikte sein können. Steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten infolge des Iran-Krieges zwingen Zentralbanken weltweit, ihre Geldpolitik zu überdenken – ein Muster, das auch europäische Märkte nicht unberührt lässt.

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