Südkorea genehmigt Google Maps Export nach 20 Jahren Ablehnung
Seoul erlaubt erstmals den Export hochpräziser Kartendaten an Google – unter strengen Sicherheitsauflagen.

Südkorea hat dem US-Technologieriesen Google nach zwei Jahrzehnten der Ablehnung grünes Licht für den Export hochpräziser Kartendaten erteilt. Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr gab die Genehmigung am Freitag bekannt. Damit öffnet sich ein Markt, der bisher fest in der Hand lokaler Anbieter war.
Die Erlaubnis gilt jedoch nicht ohne Einschränkungen. Google muss militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen auf den Karten unkenntlich machen. Zudem werden Längen- und Breitengradkoordinaten für südkoreanisches Territorium in Produkten wie Google Maps und Google Earth beschränkt.
Weitere zentrale Bedingungen umfassen:
- Verarbeitung der Kartendaten ausschließlich auf lokal ansässigen Servern
- Export nur von Daten, die vorab staatlich genehmigt wurden und Navigations- sowie Wegfindungsdienste betreffen
- Einrichtung eines Sicherheitsrahmens zur Vermeidung von Zwischenfällen
- Vorbehalt der Regierung, Kartenüberarbeitungen zu verlangen
Jahrzehntelanger Streit um nationale Sicherheit
Südkorea ist eines der wenigen Länder weltweit, in denen Google Maps bislang nicht vollständig funktioniert. Frühere Anträge des Konzerns aus den Jahren 2007 und 2016 scheiterten an Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit. Seoul befürchtete, detaillierte Kartendaten könnten sensible Militäranlagen offenlegen – in einem Land, das sich technisch gesehen noch immer im Kriegszustand mit Nordkorea befindet.
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Zur AktienanalyseDie Entscheidung verschaffte lokalen Unternehmen wie Naver und Kakao über Jahre einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Beide Konzerne dominieren den südkoreanischen Markt für digitale Kartendienste und dürften nun stärkerem Konkurrenzdruck ausgesetzt sein.
Die Genehmigung fällt in eine Zeit diplomatischer Spannung: Die USA hatten zuletzt Druck auf Seoul ausgeübt und den bisherigen Ausschluss von Google als Diskriminierung amerikanischer Technologieunternehmen bezeichnet. Die neue Regelung könnte als Kompromiss zwischen wirtschaftspolitischen Interessen und sicherheitspolitischen Anforderungen gewertet werden.


