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Südkorea plant 24-Stunden-Devisenhandel für MSCI-Upgrade

Südkorea öffnet seinen Devisenmarkt rund um die Uhr und treibt die Internationalisierung des Won voran. Die Maßnahmen zielen auf die lang ersehnte Hochstufung zum entwickelten Markt durch MSCI ab.

Südkorea plant 24-Stunden-Devisenhandel für MSCI-Upgrade

Südkorea unternimmt einen bedeutenden Schritt zur Liberalisierung seines Finanzmarktes: Das Land führt einen 24-Stunden-Devisenhandel ein und lockert die Kapitalverkehrskontrollen. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Plans, um die Aufnahme in den MSCI-Index für entwickelte Märkte zu erreichen.

Internationalisierung des Won als Kernziel

Vize-Finanzminister Lee Hyoung-il kündigte an, dass in der ersten Jahreshälfte 2026 ein Fahrplan für die Internationalisierung der südkoreanischen Währung erstellt wird. "Wir werden die Zugänglichkeit des Won dramatisch verbessern und die Nachfrage steigern, beispielsweise durch Offshore-Won-Finanzierungen", erklärte Lee bei der Vorstellung des wirtschaftspolitischen Plans.

Die geplanten Reformen umfassen ein neues System für den Offshore-Won-Handel, gelockerte Meldepflichten und vereinfachte Registrierungsverfahren für Marktteilnehmer. Zudem sollen grenzüberschreitende Zahlungsabwicklungen und Auslandsfinanzierungen die Transaktionsnachfrage erhöhen.

Überwindung historischer Beschränkungen

Nach der Asienkrise Ende der 1990er Jahre hatte Südkorea ein restriktives Devisenhandelsregime beibehalten, um Kapitalflucht zu verhindern. MSCI identifizierte diese Beschränkungen als Haupthindernis für eine Hochstufung. Bis vor zwei Jahren war der Dollar-Won-Markt nur sechseinhalb Stunden täglich geöffnet, und Transaktionen waren ausschließlich über zwei inländische Interbankennetzwerke möglich.

Die Ausweitung auf einen 24-Stunden-Handel erfolgt zwei Jahre nach einer ersten Verlängerung der Handelszeiten, die ausländischen Unternehmen bereits mehr Flexibilität beim Won-Handel ermöglichte.

Umfassende Kapitalmarktreformen

Die MSCI-Hochstufung ist eines der zentralen Wahlversprechen von Präsident Lee Jae Myung, der seit seinem Amtsantritt im Juni 2025 weitreichende Marktreformen eingeleitet hat. Neben der Devisenmarktliberalisierung plant die Regierung Verbesserungen bei den Leerverkaufsregelungen, mehr englischsprachige Unternehmensmeldungen und vereinfachte Wertpapiertransaktionen.

Die bisherigen Reformbemühungen zeigen bereits Wirkung: Der KOSPI-Leitindex war 2025 mit einem Plus von 76 Prozent der weltweit beste Performer – die stärkste Performance seit 1999. Auch der Won erholte sich deutlich und beendete eine vierjährige Verlustserie mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent.

Positive Wirtschaftsaussichten

Das Finanzministerium prognostiziert für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent, nach 1,0 Prozent im Vorjahr. Die verbesserte Prognose basiert auf stärkerer Binnennachfrage und robusten Exporten. Die Ausfuhren sollen um 4,2 Prozent steigen, getrieben durch die anhaltend starke Nachfrage nach Halbleitern für KI-Investitionen.

Die Inflation wird bei 2,1 Prozent erwartet. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Halbleiterindustrie weiter zu stärken, plant die Regierung im vierten Quartal einen Fünfjahres-Strategieplan mit finanzieller, steuerlicher und regulatorischer Unterstützung.

Bedeutung für internationale Investoren

Eine Hochstufung zum entwickelten Markt würde Südkorea für internationale Investoren deutlich attraktiver machen und könnte erhebliche Kapitalzuflüsse auslösen. Passive Indexfonds, die MSCI-Indizes für entwickelte Märkte abbilden, müssten südkoreanische Aktien in ihre Portfolios aufnehmen. Die umfassenden Reformen signalisieren die Entschlossenheit der Regierung, dieses strategische Ziel zu erreichen.

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