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Südkoreanischer Kospi wird zum globalen KI-Stimmungsbarometer

Fondsmanager weltweit beobachten den Kospi als Frühindikator für KI-Aktien und globale Halbleiter-Stimmung.

Südkoreanischer Kospi wird zum globalen KI-Stimmungsbarometer

Südkoreas Aktienmarkt mit einem Gesamtwert von vier Billionen US-Dollar hat sich zu einem der wichtigsten Frühindikatoren für die globale Risikobereitschaft entwickelt. Fondsmanager in London, New York und Tokio verfolgen den Kospi zunehmend, bevor ihre eigenen Heimatmärkte öffnen. Der Grund: Schwankungen bei Samsung Electronics und SK Hynix strahlen direkt auf Halbleiter- und KI-Aktien weltweit aus, wie Bloomberg berichtete.

Beide südkoreanischen Schwergewichte spielen eine zentrale Rolle in der globalen Halbleiterlieferkette. Samsung und SK Hynix produzieren sogenannten High-Bandwidth Memory (HBM) – Speicherchips mit hoher Bandbreite –, der gemeinsam mit KI-Beschleunigern von Nvidia und anderen Chip-Designern eingesetzt wird. Damit sind die beiden Unternehmen unverzichtbare Zulieferer für die gesamte KI-Infrastruktur.

Korrelation mit dem Nasdaq 100 auf Zweijahreshoch

Die enge Verbindung zwischen dem koreanischen Markt und US-Technologieaktien lässt sich inzwischen klar in Zahlen messen. Die 60-Tage-Korrelation zwischen dem Kospi und dem Nasdaq 100 erreichte zuletzt einen Wert von 0,46 – nahe einem Zweijahreshoch und fast das Dreifache des Fünfjahresdurchschnitts von 0,16. Das bedeutet: Bewegungen in Seoul haben heute eine deutlich stärkere Wirkung auf die US-Technologiebörse als noch vor wenigen Jahren.

Besonders ausgeprägt ist der Effekt bei Kursrückgängen. Die Sensitivität des Nasdaq 100 gegenüber unterdurchschnittlichen Kospi-Renditen stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 1990. Eine vergleichbare Kennzahl für den MSCI World Index erreichte ein Vierjahreshoch. Rückgänge in Seoul wirken sich also überproportional stark auf die globalen Aktienmärkte aus.

Ein konkretes Beispiel lieferte die vergangene Woche: Sorgen über die künftige KI-Nachfrage ließen den Kospi in einer einzigen Handelssitzung um fast neun Prozent einbrechen – bevor die Verkaufswelle die Wall Street erreichte. Die in den USA notierten Depositary Receipts von SK Hynix verloren dabei 9,3 Prozent und zogen andere große Chiphersteller mit in die Tiefe.

Hebel-Produkte verstärken die Volatilität

US-Notierungen und auf Korea ausgerichtete börsengehandelte Fonds (ETFs) ermöglichen es internationalen Anlegern, das KI-Engagement des koreanischen Marktes über den Großteil des globalen Handelstages zu verfolgen. Hebeleffekte haben die Kursbewegungen dabei zusätzlich verstärkt und den Kospi zu einer der volatilsten wichtigen Aktien-Benchmarks weltweit gemacht. Als Reaktion darauf hat Südkorea die Neuzulassung von gehebelten börsengehandelten Produkten auf Einzelaktien vorübergehend gestoppt, um spekulative Aktivitäten einzudämmen.

Der Kospi hat seit seinem Höchststand im Juni rund 25 Prozent verloren, was einer Vernichtung von etwa einer Billion US-Dollar an Marktwert entspricht. Samsung und SK Hynix büßten während des Rücksetzers jeweils mindestens 30 Prozent ein. Trotz dieser deutlichen Korrektur weist die Benchmark für das Jahr 2026 noch immer ein Plus von 62 Prozent aus und gehört damit zu den weltweit am stärksten performenden Hauptmärkten – ein Zeichen dafür, wie stark der Markt zuvor vom KI-Boom profitiert hatte.

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