Südkoreanischer Won: BofA sieht Währung trotz Handelsstärke unter Druck
Die Bank of America warnt vor Abwärtsdruck auf den Won durch Portfolioabflüsse und politische Unsicherheit vor wichtigen Entscheidungen am 28. Mai.
Die Bank of America (BofA) sieht den südkoreanischen Won (KRW) trotz eines robusten Leistungsbilanzüberschusses unter erheblichem Druck. Als Hauptursachen nennt das US-amerikanische Finanzinstitut Portfolioabflüsse sowie politische Unsicherheit, die die Währung belasten – ungeachtet der starken Exportleistung Südkoreas, insbesondere im Halbleiterbereich.
Im Mittelpunkt der Analyse steht ein entscheidendes Zeitfenster rund um den 28. Mai. An diesem Tag stehen gleich zwei bedeutende Ereignisse an: die Zinsentscheidung der Bank of Korea sowie die fünfte Sitzung des Fondsausschusses des National Pension Service. Wenige Tage später, am 3. Juni, folgen die südkoreanischen Kommunalwahlen. Die BofA bezeichnet diese Konstellation als kritischen Moment für die Entwicklung des Won.
Zinsentscheidung mit hawkishem Unterton erwartet
Die Bank of Korea dürfte die Leitzinsen laut BofA-Einschätzung zwar unverändert lassen, dabei jedoch eine restriktivere, sogenannte „hawkishe" Haltung signalisieren. Hintergrund sind steigende Inflationsrisiken, die sowohl durch Ölpreise als auch durch Wechselkurseffekte befeuert werden. Eine solche Signalwirkung könnte die Märkte dennoch bewegen.
Gleichzeitig könnten die bevorstehenden Kommunalwahlen die Fiskalpolitik in Richtung wachstumsfördernder Maßnahmen verschieben. Dies würde den geldpolitischen Kurs der Zentralbank konterkarieren und die Gesamtausrichtung der Wirtschaftspolitik erschweren. Die BofA betont, dass genau dieser Politikmix entscheidend für die Währungsentwicklung sein wird.
Portfoliodynamiken dominieren den Wechselkurs
Laut Bank of America liegt das Kernproblem nicht in der Außenwirtschaftsbilanz selbst, sondern im Zusammenspiel aus Geld- und Fiskalpolitik sowie dessen Auswirkungen auf die Kapitalströme. Ein disziplinierter Mix aus restriktiver Geldpolitik und begrenzter fiskalischer Expansion würde den Won stützen. Eine lockerere Kombination hingegen birgt das Risiko, den Abwärtsdruck weiter zu verstärken.
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Zur AktienanalyseAbflüsse ausländischer Aktienanlagen, Absicherungsbedarf sowie anhaltende Auslandsinvestitionen neutralisieren dabei kontinuierlich die positiven Effekte des Leistungsbilanzüberschusses. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Allokations- und Hedging-Entscheidungen des National Pension Service, einem der größten Pensionsfonds der Welt.
Die BofA kommt zu dem Schluss, dass die Entwicklung des Won zunehmend durch Portfoliodynamiken bestimmt wird – und nicht mehr durch klassische makroökonomische Anker wie Handelsbilanzen oder Wachstumsdaten. Für Anleger, die in koreanische Aktien oder den Won investiert sind, bedeutet dies eine erhöhte Wechselkursvolatilität in den kommenden Wochen. Die Ereignisse rund um den 28. Mai dürften richtungsweisend für die kurzfristige Entwicklung der Währung sein.


