Südkoreas 350-Milliarden-Dollar-Investment in USA verzögert sich
Südkoreas geplante Investition von 350 Milliarden US-Dollar in die USA wird nicht wie erhofft im ersten Halbjahr 2026 beginnen. Finanzminister Choi Sang-mok nennt die schwache Won-Währung und komplexe Planungsprozesse als Hauptgründe für die Verzögerung.

Südkoreas ambitioniertes Investitionsprogramm in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar für strategische US-Sektoren wird sich deutlich verzögern. Finanzminister Choi Sang-mok erklärte gegenüber Reuters, dass ein Start in der ersten Jahreshälfte 2026 unwahrscheinlich sei. Die Investitionen waren Teil eines Handelsabkommens vom November, das im Gegenzug die US-Zölle auf südkoreanische Importe senkte.
Währungsschwäche bremst Investitionspläne
Der schwache Won bereitet den Behörden in Seoul erhebliche Sorgen. Die Währung notiert nahe 16-Jahres-Tiefs bei 1.473,8 zum Dollar und hat in diesem Jahr bereits über zwei Prozent an Wert verloren. "Angesichts der aktuellen Devisensituation können, zumindest in diesem Jahr, keine großen Investitionen getätigt werden", betonte Koo. Die Währung bewegt sich auf Niveaus zu, die seit der globalen Finanzkrise 2007-2009 nicht mehr erreicht wurden.
Komplexe Genehmigungsverfahren als Hürde
Neben der Währungsschwäche erschweren langwierige Planungsprozesse den raschen Start der Investitionen. "Selbst wenn beispielsweise ein Atomkraftwerk ausgewählt wird, müssen Prozesse wie die Standortsuche, die Planung und der Bau eingehalten werden", erklärte Finanzminister Koo. Die anfänglichen Kapitalabflüsse dürften daher deutlich unter der vereinbarten jährlichen Obergrenze von 20 Milliarden Dollar liegen.
USA drängen auf Währungsstabilität
US-Finanzminister Scott Bessent äußerte am Mittwoch, dass die jüngste Won-Abwertung nicht im Einklang mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten Südkoreas stehe. Die USA würdigen laut Koo die Bemühungen Seouls, eine weitere Abwertung zu verhindern. "Das werden wir nicht dulden", warnte der Finanzminister mit Blick auf mögliches Herdenverhalten an den Devisenmärkten.
Gesetzliche Grundlagen noch ausstehend
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Zur AktienanalyseDie Regierung plant, das Parlament ab Februar mit der Prüfung eines Gesetzentwurfs zur Einrichtung eines Sonderfonds für das Investitionspaket zu beauftragen. Konkrete Projekte wurden bisher nicht vereinbart, könnten aber Atomkraftwerke umfassen, wie US-Handelsminister Howard Lutnick andeutete. Die Unsicherheit über erwartete US-Gerichtsurteile zu Trumps Zöllen könnte den Prozess zusätzlich beeinflussen.
Strukturelle Herausforderungen am Devisenmarkt
Die südkoreanischen Behörden führen die hohe Dollar-Nachfrage auch auf den unstillbaren Appetit heimischer Investoren auf ausländische Aktien zurück. Die Zinsdifferenz zu den USA ist auf zwei Prozentpunkte angeschwollen – der größte Abstand seit 1999. Trotz boomender Exporte und eines um 76 Prozent gestiegenen Aktienmarktes im vergangenen Jahr bleibt der Won unter Druck. Die Regierung hat bereits den Nationalen Pensionsfonds zum Dollar-Verkauf animiert und Exporteure zum verstärkten Währungsumtausch gedrängt.


