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Südkoreas Kospi erholt sich nach 40-Prozent-Drawdown um 21 Prozent

Nach einem heftigen Bärenmarkt mit Margin Calls für Millionen Anleger dreht Südkoreas Leitindex Kospi innerhalb von zwei Wochen ins Plus.

Südkoreas Kospi erholt sich nach 40-Prozent-Drawdown um 21 Prozent

Der südkoreanische Aktienmarkt hat eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Noch am 30. Juli notierte der Kospi-Index bei 5.593 Punkten – tief im Bärenmarkt gefangen, nachdem der Index zuvor um mehr als 40 Prozent eingebrochen war. Zwei Wochen später steht das Börsenbarometer bereits bei 6.813 Punkten, was einer stillen Rally von 21 Prozent entspricht.

Der Absturz hatte weitreichende Folgen für die südkoreanische Bevölkerung. Rund 3,4 Prozent der Landesbevölkerung waren mit sogenannten Margin Calls konfrontiert – also Nachschussforderungen ihrer Broker, weil der Wert ihrer auf Kredit gekauften Wertpapiere unter die erforderliche Sicherheitsgrenze gefallen war. Ein Margin Call zwingt Anleger dazu, entweder frisches Kapital nachzuschießen oder Positionen zwangsweise zu liquidieren.

Schnelles Deleveraging als Wendepunkt

Genau dieses erzwungene Deleveraging – also der rasche Abbau von Fremdkapitalpositionen – dürfte paradoxerweise den Grundstein für die anschließende Erholung gelegt haben. Als Margin-Call-Wellen die schwächsten Positionen aus dem Markt spülten, entstand ein bereinigtes Fundament, auf dem neue Käufer aufbauen konnten. Der Prozess verlief nach Angaben von MarketWatch sehr schnell und schmerzhaft.

Für deutsche Anleger ist das Geschehen in Südkorea aus mehreren Gründen relevant. Erstens zeigt es, wie gefährlich der Einsatz von Fremdkapital beim Aktienhandel sein kann – ein Phänomen, das nicht auf Südkorea beschränkt ist. Zweitens verdeutlicht die Geschwindigkeit der Erholung, wie rasch sich Märkte nach einem technisch bedingten Ausverkauf stabilisieren können, sobald das Deleveraging abgeschlossen ist.

Bärenmarkt und Bullenmarkt in zwei Wochen

Der Kospi hat damit innerhalb kürzester Zeit beide Extremzustände durchlaufen: vom Bärenmarkt – definiert als Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Höchststand – zurück in bullisches Terrain. Ein Anstieg von 21 Prozent innerhalb von nur zwei Wochen ist an den globalen Aktienmärkten äußerst selten und unterstreicht die Intensität der vorangegangenen Verkaufswelle.

Die Ereignisse rund um den Kospi erinnern daran, dass Börsenphasen extremer Volatilität oft zweischneidig sind: Sie vernichten kurzfristig Vermögen, schaffen aber gleichzeitig Einstiegsgelegenheiten für jene Anleger, die nicht auf Kredit investiert haben und liquide geblieben sind. Wer den Ausverkauf ohne Zwangsliquidierung überstand, konnte von der anschließenden Rally profitieren.

Ob die Erholung nachhaltig ist oder lediglich eine technische Gegenbewegung darstellt, bleibt abzuwarten. Die fundamentalen Treiber des ursprünglichen Einbruchs sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Südkoreas spielen dabei eine entscheidende Rolle – Faktoren, die Anleger weiterhin im Blick behalten sollten.

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