Südkoreas Pensionsfonds NPS reagiert auf Won-Schwäche mit Strategiewechsel
Der drittgrößte staatliche Pensionsfonds der Welt reduziert Auslandsinvestitionen zur Stabilisierung der heimischen Währung.

Der südkoreanische Nationale Pensionsfonds (NPS) passt seine Anlagestrategie an die volatile Devisensituation an. CEO Kim Sung-joo erklärte auf einer Pressekonferenz, dass rasche Veränderungen der Wechselkursvolatilität die größte Herausforderung für den Fonds darstellen. Der NPS verwaltet als drittgrößter öffentlicher Pensionsfonds weltweit ein Vermögen von mehreren hundert Milliarden US-Dollar.
Das südkoreanische Wohlfahrtsministerium hat beschlossen, die Zielquote für Auslandsinvestitionen in Aktien zu senken und gleichzeitig die Gewichtung heimischer Aktien zu erhöhen. Diese Maßnahme soll den südkoreanischen Won stützen, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 6 Prozent an Wert verloren hatte. Kim betonte, die Entscheidung sei aus Anlegersicht getroffen worden und unabhängig von politischen Erwägungen.
Der Won hat sich im Januar 2026 bereits um 1 Prozent erholt und notierte am Donnerstag bei 1.425,6 pro US-Dollar. Präsident Lee Jae Myung zeigte sich optimistisch und prognostizierte eine weitere Stärkung auf 1.400 innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate. Die Devisenbehörden hatten zuvor die steigenden Auslandsinvestitionen des NPS und privater Anleger als Hauptursache für den Währungsverfall identifiziert.
Strategische Neuausrichtung des Pensionsfonds
Der NPS hatte seine Auslandsinvestitionen in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, um höhere Renditen zu erzielen. Diese Strategie wird nun angepasst, um negative Auswirkungen auf den heimischen Devisenmarkt zu minimieren. Kim bestätigte laufende Konsultationen mit den Devisenbehörden, lehnte jedoch detaillierte Angaben zur Absicherungsstrategie ab und verwies auf die Notwendigkeit strategischer Unklarheit.
Zur Reduzierung der Marktauswirkungen prüft der Pensionsfonds alternative Wege zur Beschaffung von US-Dollar außerhalb des inländischen Devisenmarktes. Eine Option ist die Emission von auf US-Dollar lautenden Anleihen. Eine finale Entscheidung steht jedoch noch aus.
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Zur AktienanalyseLangfristige Finanzplanung im Fokus
CEO Kim kündigte an, sich für weitere politische Reformen einzusetzen, um die finanzielle Nachhaltigkeit des Pensionsfonds zu sichern. Die Reform des vergangenen Jahres hatte die mögliche Erschöpfung des Fonds angesichts der rasch alternden Bevölkerung bereits um 15 Jahre auf 2071 verschoben. Kim strebt an, diesen Zeitpunkt noch weiter hihinauszuschieben und die Auszahlungsfähigkeit über das Ende des Jahrhunderts hinaus zu garantieren.


