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Südeuropäische Anleihen überholen deutsche Bundesanleihen in der Rendite

Warum Investoren auf die boomenden Märkte des Südens setzen und was das für die Zukunft bedeutet

Südeuropäische Anleihen überholen deutsche Bundesanleihen in der Rendite

Die Zeiten haben sich geändert, seit die Euro-Schuldenkrise Länder wie Portugal, Italien, Griechenland und Spanien mit dem unangenehmen Akronym "PIGS" versah. Heutzutage sind Anleihen dieser südeuropäischen Länder bei Investoren so gefragt wie schon lange nicht mehr. In diesem Jahr haben Investoren mit Staatsanleihen aus Südeuropa mehr Gewinne erzielt als mit deutschen Bundesanleihen. Die Anleihekurse dieser Länder stiegen in letzter Zeit stärker an, was zu einem Rückgang der Renditen führte.

Obwohl die Renditen deutscher Bundesanleihen in den letzten Wochen aufgrund der Hoffnung auf niedrigere Leitzinsen ebenfalls gefallen sind, prognostizieren Banken wie Goldman Sachs und Société Générale, dass die Anleihen südeuropäischer Länder im Jahr 2024 eine bessere Performance als deutsche Bundesanleihen verzeichnen werden.

Amundi, ein führendes Fondshaus, empfiehlt derzeit eine neutrale Gewichtung von Anleihen südeuropäischer Randländer im Portfolio. Thomas Kruse, Chefanlagestratege bei Amundi in Deutschland, kann sich jedoch vorstellen, diese Region in Zukunft positiver zu bewerten. Die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen liegen immer noch bei 3,73 Prozent im Euro-Raum, was trotz eines Rückgangs von knapp einem Prozentpunkt seit Jahresbeginn immer noch 1,7 Prozentpunkte mehr ist als bei zehnjährigen Bundesanleihen.

Portugiesische, spanische und griechische Anleihen bieten ebenfalls Renditeaufschläge von 0,6 bis 1,1 Prozentpunkten im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen. Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sind entscheidend für die langfristigen Kapitalmarktzinsen. Die Rendite bei Anleihen gibt die jährlichen Erträge an, die Investoren erwarten können, wenn sie die Anleihen bis zur Fälligkeit halten.

Dennoch werden Anleihen während ihrer Laufzeit gehandelt, was zu Kursschwankungen führt. Daher bevorzugen einige Investoren Anleihen mit kürzeren Laufzeiten. Viele Banken und Fondshäuser sind dennoch optimistisch in Bezug auf die Anleihenkurse im nächsten Jahr, da sie erwarten, dass die Leitzinsen tendenziell sinken werden, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst ankündigte, dass die Zinsen erst später und weniger deutlich sinken werden, als es die Märkte erwarteten.

Die höheren Zinsen machen Anleihen wieder attraktiv, insbesondere solche mit guter Bonität, da die Wirtschaft in den USA und der Euro-Zone im ersten Halbjahr 2024 eine Rezession droht. Deutsche Bundesanleihen gelten traditionell als sicherer Hafen, aber die Anleihen der Euro-Randländer gewinnen an Attraktivität. Die Wirtschaft in diesen Ländern wächst seit Jahren stärker, während Deutschland mit Haushaltsproblemen zu kämpfen hat.

Deutschlands Haushaltslage hat sich aufgrund der Umwidmung nicht genutzter Corona-Schulden in Klimaschulden verschlechtert, was zu einem Defizit im Bundeshaushalt für 2024 von 17 Milliarden Euro führte. Die Euro-Südländer hingegen verzeichnen ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Ratingagenturen haben auch die Bonität dieser Länder verbessert, was die Anleihen noch attraktiver macht.

Moody's erhöhte die Bonitätsnote für Portugal, und auch Spanien wird als guter Schuldner angesehen. Italien hat seine Rating-Stabilität beibehalten, und Griechenland erhielt das Investmentgrade-Rating von Fitch zurück. Diese positiven Entwicklungen führen dazu, dass südeuropäische Anleihen als weniger riskant angesehen werden und Investoren anziehen. Insgesamt ist die Aussicht für Anleihen aus Südeuropa vielversprechend, und Investoren könnten von diesen Trends profitieren.

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