Sui Blockchain führt Post-Quanten-Kryptografie für das Quantenzeitalter ein
Die Layer-1-Blockchain Sui integriert zwei NIST-zugelassene Post-Quanten-Signaturverfahren und ermöglicht quantensichere Konten ohne erzwungene Migration.

Die Blockchain-Plattform Sui hat die Einführung von zwei Post-Quanten-Signaturverfahren bekanntgegeben, die vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) zugelassen sind. Damit rüstet sich das Netzwerk frühzeitig gegen die wachsende Bedrohung durch Quantencomputer. Bestehende Nutzer können ihre Konten auf quantensichere Schlüssel umstellen, die direkt aus ihrer bereits vorhandenen Wiederherstellungsphrase abgeleitet werden.
Der Schritt ist für Blockchains besonders dringlich, da öffentliche Schlüssel auf einer Chain einem grundlegend anderen Risikoprofil ausgesetzt sind als in anderen Systemen. Sobald ein Konto eine Transaktion durchführt, ist der öffentliche Schlüssel dauerhaft sichtbar – und damit ein permanentes Angriffsziel. In klassischen Systemen benötigt ein Angreifer zunächst einen Sicherheitsbruch, bevor er überhaupt mit der Arbeit an einem Schlüssel beginnen kann.
Die Bedrohung durch Quantencomputer wächst bereits heute
Der sogenannte Shor-Algorithmus ist in der Lage, die Kryptografie auf Basis elliptischer Kurven zu brechen – dieselbe Mathematik, die heute hinter den meisten Onchain-Konten, Bankensystemen und großen Teilen des Internets steht. Besonders beunruhigend ist das Prinzip des „Harvest-now-forge-later"-Angriffs: Dabei werden heute bereits öffentliche Schlüssel gesammelt, um sie später – sobald leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind – zu entschlüsseln. Für diesen Angriff ist keine Quanten-Hardware nötig, lediglich ein sichtbarer Schlüssel und Geduld.
Im März 2026 schätzte Google Quantum AI, dass die Wiederherstellung eines privaten Schlüssels aus einem exponierten öffentlichen Schlüssel auf einer fehlertoleranten Maschine mit weniger als einer halben Million physischen Qubits in wenigen Minuten ablaufen würde. Diese Einschätzung unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Blockchain-Netzwerke handeln müssen.
Zwei Algorithmen statt einem – für unterschiedliche Risikoarten
Sui setzt bewusst auf zwei Signaturverfahren, die auf unterschiedliche Risikoarten abgestimmt sind, anstatt auf einen einzigen Algorithmus zu vertrauen. Dies ist möglich, weil Sui von Beginn an für kryptografische Agilität konzipiert wurde: Neue Signaturverfahren können hinzugefügt werden, ohne die Grundlagen des Netzwerks zu verändern. Es handelt sich damit um eine routinemäßige Aktualisierung von Protokollfunktionen – keine Änderung des Konsenses oder des bestehenden Status.
Ein zentrales Merkmal der Implementierung ist die Nutzerfreundlichkeit. Ein ML-DSA-65-Privatschlüssel ist ein 32-Byte-Seed – dieselbe Größe, die Wallets heute speichern – und wird über einen neuen Standard-Ableitungspfad aus derselben Wiederherstellungsphrase generiert. Wallets führen Backups und Wiederherstellungen exakt so durch wie bisher. Nutzer behalten ihre Adresse und ihre Vermögenswerte.
Für bestehende Konten gibt es zudem einen Migrationspfad, der keine Übertragung von Geldern erfordert. Adress-Aliase, die bereits auf Sui implementiert sind, ermöglichen es einem Konto, seinen Autorisierungsschlüssel auf einen Post-Quanten-Schlüssel zu aktualisieren, während Adresse und Vermögenswerte an ihrem Platz bleiben. Es gibt keine erzwungene Migration und keinen kostspieligen Transfer aller Bestände.
Größere Datenpakete als einziger Nachteil
Die tatsächlichen Kosten der Umstellung liegen in der Datengröße: Eine Post-Quanten-Signatur und der dazugehörige öffentliche Schlüssel sind wesentlich größer als ein Ed25519-Paar, was die Transaktionsgröße erhöht. Dies ist ein branchenweiter Preis für Quantenresistenz. Die Verifizierungskosten hingegen steigen nicht: Die ML-DSA-65-Verifizierung auf Sui liegt so nah an Ed25519, dass die Netzwerkkosten pro Signatur nicht zunehmen.
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Zur AktienanalyseDie Kernimplementierung ist bereits fertiggestellt und getestet. Quantensichere Vaults sind für das Mainnet noch in diesem Jahr geplant, native ML-DSA-65-Konten sollen das Testnet bis Ende des Jahres erreichen. Die native Konto-Authentifizierung im Mainnet ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die Unterstützung für Wallets, SDKs und CLIs wird zeitgleich eingeführt.
Post-Quanten-Konten werden als optionale Opt-in-Funktion über denselben Rollout-Pfad eingeführt, den auch zkLogin und Passkeys genutzt haben. Bestehende Funktionen ändern sich nicht, und Anwendungen müssen heute keine Maßnahmen ergreifen. Unabhängige Audits laufen derzeit, und die Zeitpläne bleiben flexibel, während diese Prüfungen und das Feedback aus dem Testnet andauern.
Sui ist eine Layer-1-Blockchain der nächsten Generation, die für skalierbare Finanzen und globale Zahlungen entwickelt wurde. Das Netzwerk wurde vom Kernteam hinter der Stablecoin-Initiative von Meta gegründet und basiert auf einem objektzentrierten Modell.


