Sundance Resources gewinnt 616-Millionen-Dollar-Schiedsverfahren gegen Kamerun
Ein ICC-Tribunal entschied zugunsten des australischen Bergbauunternehmens nach sechsjährigem Rechtsstreit um ein Eisenerzprojekt.

Sundance Resources hat einen Schiedsspruch in Höhe von 616 Millionen US-Dollar erwirkt. Das Tribunal der Internationalen Handelskammer (ICC) stellte fest, dass Kamerun seine rechtlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Eisenerzprojekt Mbalam-Nabeba verletzt hat. Das in Perth ansässige Bergbauunternehmen feiert damit einen bedeutenden juristischen Erfolg nach einem jahrelangen Streit.
Das Schiedsgericht entschied zugunsten von Sundance und seiner Tochtergesellschaft Cam Iron SA. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass Kamerun die Bergbaurechte des Unternehmens rechtswidrig widerrufen hatte, bevor die Mbalam-Genehmigung einem anderen Entwickler zugesprochen wurde. Damit wird ein klares Signal an staatliche Akteure gesendet: Der Entzug von Bergbaurechten ohne rechtliche Grundlage hat Konsequenzen.
Das Tribunal stellte darüber hinaus fest, dass die kamerunische Regierung gegen eine Schiedsvereinbarung verstoßen hat. Konkret ignorierte sie eine im März 2022 von der ICC erlassene Eilverfügung, die es ausdrücklich untersagte, die Genehmigung an eine andere Partei zu vergeben. Dieser Verstoß gegen eine laufende Schiedsanordnung verschärfte die rechtliche Position Kameruns erheblich.
Abschluss eines sechsjährigen Rechtsstreits
Die Entscheidung markiert den Abschluss eines sechsjährigen Rechtsstreits um eines der größten unerschlossenen Eisenerzvorkommen Afrikas. Für Sundance bedeutet das Urteil eine deutliche Wende – denn erst im Januar hatte das Unternehmen ein separates Schiedsverfahren verloren. Damals wies ein Tribunal die Forderung des Unternehmens in Höhe von 8,8 Milliarden US-Dollar gegen die Republik Kongo für den Nabeba-Teil des Projekts ab.
Kamerun muss den Schiedsspruch nun freiwillig erfüllen. Kommt das Land dieser Verpflichtung nicht nach, kündigte Sundance an, Vollstreckungsverfahren einzuleiten. Das kamerunische Bergbauministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Der Bergbauminister hatte im Juli erklärt, dass Mbalam zu den Projekten gehöre, die dazu beitragen sollen, die jährlichen Einnahmen aus dem Bergbau auf 1 Billion CFA-Franc – umgerechnet rund 1,75 Milliarden US-Dollar – zu steigern.
Ein Projekt mit tragischer Geschichte
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Zur AktienanalyseDas grenzüberschreitende Eisenerzprojekt Mbalam-Nabeba hat eine bewegte und tragische Geschichte. Sundance entwickelte das Vorhaben ab dem Jahr 2010 – jenem Jahr, in dem ein Flugzeug mit dem gesamten Vorstand des Unternehmens in der Republik Kongo abstürzte. Elf Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, darunter Direktor und Hauptaktionär Ken Talbot, einer der damals bekanntesten Bergbauunternehmer Australiens.
Das Projekt Mbalam-Nabeba erstreckt sich über die Grenze zwischen Kamerun und der Republik Kongo und gilt als eines der bedeutendsten unerschlossenen Eisenerzvorkommen des afrikanischen Kontinents. Für Sundance Resources ist der nun erstrittene Schiedsspruch nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern auch eine wichtige Rehabilitierung nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen rund um dieses strategisch bedeutsame Bergbauprojekt.


