Supertanker-Raten steigen durch US-Sanktionen deutlich an
Neue Handelsrouten und Schattenflotte verschärfen die Knappheit auf dem Frachtmarkt

Die Frachtraten für Supertanker sind stark angestiegen, nachdem die USA ihre Sanktionen gegen die russische Ölindustrie ausgeweitet haben. Dies führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Schiffen, um Öl aus anderen Ländern nach China und Indien zu transportieren. Raffinerien in beiden Ländern suchen angesichts der neuen Sanktionen nach alternativen Kraftstoffquellen. Ziel der Sanktionen ist es, die Einnahmen Russlands, des zweitgrößten Ölexporteurs der Welt, zu beschränken.
Ein großer Teil der neu sanktionierten Tanker gehört zur sogenannten Schattenflotte, die westliche Beschränkungen zu umgehen versucht. Diese Schiffe wurden bisher häufig genutzt, um günstiges russisches Öl, das in Europa verboten ist, nach Indien und China zu transportieren. Einige der betroffenen Tanker haben auch iranisches Öl verschifft, das ebenfalls unter Sanktionen steht. Laut einer Analyse von Lloyd’s List Intelligence sind etwa 35 % der 669 Schiffe dieser Schattenflotte nun von Sanktionen der USA, Großbritanniens oder der Europäischen Union betroffen.
Die Frachtraten für Very Large Crude Carriers (VLCCs), die bis zu zwei Millionen Barrel Rohöl transportieren können, stiegen sprunghaft an, nachdem Unipec, die Handelsabteilung von Sinopec, mehrere Supertanker gechartert hatte. Zudem kaufte Unipec in der vergangenen Woche große Mengen Rohöl aus Europa und Afrika ein, darunter norwegisches Johan Sverdrup-Öl, senegalesisches Sangomar-Öl und angolanisches Djeno-Öl. Die steigenden Frachtraten sind laut Experten vor allem auf die Suche nach alternativen Rohölen zurückzuführen.
Die Middle-East-Rohöl-Benchmarks stiegen am Dienstag weiter an, wobei die Prämien für Dubai-, Oman- und Murban-Öl auf über vier Dollar pro Barrel anstiegen – der höchste Stand seit über einem Jahr. Seit Freitag hat Unipec acht Tanker für den Transport von Rohöl aus dem Nahen Osten gebucht. Auch andere chinesische Käufer, darunter PetroChina und Rongsheng, haben Tanker für diese Routen gechartert.
Die Raten für den Transport von russischem Öl nach China verzeichneten ebenfalls einen Anstieg. Für Aframax-Tanker, die ESPO-Blend-Rohöl aus dem russischen Pazifikhafen Kozmino nach Nordchina transportieren, haben sich die Frachtraten auf 3,5 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Grund dafür sind hohe Prämien, die Schiffseigner aufgrund begrenzter Verfügbarkeiten verlangen. Zudem stehen sanktionierte Tanker vor der Ostküste Chinas, insbesondere in der Provinz Shandong, still, da sie dort nach einem Verbot der Hafenbehörde nicht entladen dürfen.
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Zur AktienanalyseAnalysten prognostizieren eine weitere Verknappung der Tankerverfügbarkeit, da Händler zunehmend unsanktionierte Schiffe für den Transport russischen und iranischen Öls suchen. Neue Schiffe könnten in die Schattenflotte aufgenommen werden, was die Lage auf dem regulären Markt weiter verschärfen würde. Die Frachtraten für VLCCs auf verschiedenen Routen, einschließlich dem Nahen Osten nach China und Westafrika nach China, sind ebenfalls stark angestiegen.


