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TACO-Trade: Trumps Waffenstillstand löst weltweite Markteuphorie aus

Trumps Waffenstillstandsankündigung befeuert den sogenannten TACO-Trade und beschert den Weltmärkten ihren besten Tag seit einem Jahr.

TACO-Trade: Trumps Waffenstillstand löst weltweite Markteuphorie aus

Die Finanzmärkte erlebten am Mittwoch einen außergewöhnlichen Tag. Auslöser war die Ankündigung eines Waffenstillstands durch US-Präsident Donald Trump, die den sogenannten TACO-Trade – kurz für „Trump Always Chickens Out" (Trump kneift immer) – massiv befeuerte. Anleger weltweit reagierten mit einer beeindruckenden Kaufwelle.

Die weltweiten Aktienmärkte verzeichneten ihren besten Tag seit einem Jahr. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen aus Großbritannien und der Eurozone fielen so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. US-Öl erlebte gleichzeitig den massivsten Rückgang seit fünf Jahren – ein Zeichen dafür, dass die Märkte eine Entspannung der geopolitischen Lage einpreisten.

Was steckt hinter dem TACO-Trade?

Der Begriff TACO beschreibt eine Handelsstrategie, die auf der Beobachtung basiert, dass Präsident Trump bei eskalierenden Konflikten und Handelsspannungen regelmäßig zurückrudert. Investoren, die auf dieses Muster setzen, kaufen in Phasen der Eskalation und profitieren von der anschließenden Erleichterungsrallye. Der Dienstag – der Tag der Ankündigung – wurde dabei zum Katalysator für die Bewegungen am Mittwoch.

Die Euphorie an den Märkten war greifbar. Dennoch mahnen Beobachter zur Vorsicht: Die Frage, ob auf die Erleichterung am Mittwoch am Donnerstag bereits die Ernüchterung folgt, bleibt offen. Denn strukturelle Unsicherheiten bestehen weiterhin.

Fed-Protokoll sorgt für zusätzliche Spannung

Parallel zur Markteuphorie veröffentlichte die US-Notenbank Federal Reserve das Protokoll ihrer Zinssitzung vom 17. bis 18. März. Darin zeigt sich, dass eine wachsende Gruppe von Ratsmitgliedern zu Zinserhöhungen neigt und gute Gründe für eine „zweiseitige" Bewertung des nächsten Schritts der Bank sieht. Das bedeutet konkret: Die Fed könnte die Zinsen ebenso wahrscheinlich anheben wie senken.

Dies stellt eine bemerkenswerte Verschiebung dar. Im Januar war lediglich eine kleinere Gruppe von „einigen" Beamten offen für Zinserhöhungen. Sollte der befürchtete anhaltende Anstieg der Ölpreise eintreten, dürften Zinssenkungen in diesem Jahr wohl vom Tisch sein – selbst wenn der Waffenstillstand hält.

Strukturelle Unsicherheit bleibt das eigentliche Problem

Trotz der Erleichterungsrallye bleibt die übergeordnete Lage für Anleger, Unternehmen und Haushalte herausfordernd. Ein Blick auf den US-Index für politische Unsicherheit verdeutlicht dies: Abgesehen von einmaligen Ausschlägen bei bestimmten Ereignissen und der Jahrhundertpandemie von 2020 ist seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus eine strukturelle Verschiebung des Index nach oben zu beobachten.

Dauerhaft erhöhte Unsicherheit erschwert Prognosen, Planungen und Entscheidungsfindungen – für Marktteilnehmer ebenso wie für politische Entscheidungsträger. Die Rallye könnte zwar noch Raum nach oben haben, doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben volatil. Für deutsche Anleger bedeutet das: Wachsamkeit ist weiterhin geboten, auch wenn die kurzfristige Stimmung dreht.

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