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Taiwan erlässt Haftbefehl gegen OnePlus-CEO Pete Lau

Die taiwanesischen Behörden haben einen Haftbefehl gegen Pete Lau, CEO des chinesischen Smartphone-Herstellers OnePlus, beantragt. Ihm wird vorgeworfen, illegal über 70 Mitarbeiter in Taiwan beschäftigt zu haben.

Taiwan erlässt Haftbefehl gegen OnePlus-CEO Pete Lau

Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Shilin in Taiwan hat Anklage gegen zwei taiwanesische Staatsbürger erhoben, die dem OnePlus-CEO Pete Lau bei illegalen Geschäftsaktivitäten geholfen haben sollen. Laut einem im November 2025 ausgestellten Dokument, das am Dienstag von lokalen Medien veröffentlicht wurde, verstoßen die Vorwürfe gegen das taiwanesische Gesetz zur Regelung der Beziehungen zu China.

Illegale Personalrekrutierung für chinesischen Konzern

Dem Bericht zufolge sollen die Angeklagten Lau dabei unterstützt haben, mehr als 70 Mitarbeiter in Taiwan anzuwerben. Diese waren für Forschung und Entwicklung, Verifizierung sowie Tests von Smartphone-Softwareanwendungen für den in Shenzhen ansässigen Konzern tätig. OnePlus, das 2021 zur unabhängigen Untermarke von Oppo wurde, reagierte bisher nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Hintergrund der Taiwan-China-Spannungen

Die Anklage erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Taiwan und China. Peking beansprucht das demokratisch regierte Taiwan als eigenes Territorium und hat nie auf die Anwendung von Gewalt verzichtet. Taiwan lehnt diese Souveränitätsansprüche entschieden ab und betont das Selbstbestimmungsrecht seiner Bevölkerung.

Systematische Talentabwerbung im Fokus

Taiwans technisches Know-how macht die Insel zu einem bevorzugten Ziel chinesischer Unternehmen auf Talentsuche. Die taiwanesischen Behörden berichten von systematischen Methoden zur Verschleierung solcher Aktivitäten, darunter die Nutzung von Briefkastenfirmen in Hongkong oder die Entsendung von Mitarbeitern über Personalvermittlungsagenturen.

Wachsende Sorge um Technologieabfluss

Bereits im August 2025 hatten die taiwanesischen Behörden Ermittlungen gegen 16 chinesische Unternehmen eingeleitet. Der Vorwurf: illegale Abwerbung von Halbleiter- und High-Tech-Fachkräften. Die Behörden sehen darin eine wachsende Bedrohung für die technologische Souveränität Taiwans und verschärfen ihre Überwachung entsprechender Aktivitäten.

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