Taiwans Wirtschaft wächst im zweiten Quartal dank KI-Boom um 12,92 Prozent
Das starke Wachstum übertrifft Prognosen deutlich und unterstreicht Taiwans zentrale Rolle in der globalen KI-Lieferkette.

Taiwans Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2025 ein beeindruckendes Wachstum von 12,92 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt. Das staatliche Statistikamt gab die Zahlen für den Zeitraum von April bis Juni am Freitag bekannt. Damit übertraf die Insel die in einer Umfrage prognostizierte Expansion von 10,8 Prozent deutlich.
Allerdings blieb das Wachstum hinter dem Rekordwert des ersten Quartals zurück. Damals hatte Taiwan ein Plus von 14,55 Prozent verzeichnet – das schnellste Wachstum seit fast fünf Jahrzehnten. Dennoch bleibt das Ergebnis des zweiten Quartals auf einem historisch sehr hohen Niveau und bestätigt den anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung der Insel.
KI-Lieferkette als zentraler Wachstumstreiber
Der entscheidende Motor hinter dem Boom ist Taiwans Schlüsselrolle in der globalen Lieferkette für Künstliche Intelligenz. Die Insel beliefert Technologiegiganten wie Nvidia und Apple mit hochspezialisierten Halbleitern und Komponenten. Im Zentrum dieser Lieferkette steht Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC), der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips, der diese strategische Position kontinuierlich ausbaut.
Die Exportzahlen unterstreichen die enorme Nachfrage eindrucksvoll. Im zweiten Quartal stiegen die Exporte im Jahresvergleich um 43,7 Prozent auf 220,93 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten des taiwanesischen Finanzministeriums hervorgeht. Dieser Anstieg spiegelt die weltweit explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur und den dafür benötigten Chips wider.
Zentralbank dürfte Zinsen stabil halten
Trotz der starken Exportleistung und des robusten Wirtschaftswachstums erwarten einige Analysten, dass die taiwanesische Zentralbank bei ihrer Sitzung im September die aktuellen Zinssätze unverändert beibehalten wird. Eine geldpolitische Straffung scheint demnach vorerst nicht auf der Agenda zu stehen.
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Zur AktienanalyseBereits im Mai hatte das staatliche Statistikamt seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben. Unter Verweis auf die Expansion des KI-Sektors wurde die Prognose von zuvor 7,71 Prozent auf 9,64 Prozent nach oben korrigiert. Dies signalisiert, dass die Behörden mit einer anhaltend starken wirtschaftlichen Dynamik rechnen.
Für deutsche Anleger ist Taiwan vor allem durch TSMC relevant, dessen Aktien auch an europäischen Börsen gehandelt werden und die als Barometer für die globale Halbleiter- und KI-Nachfrage gelten. Die starken Wachstumszahlen der taiwanesischen Volkswirtschaft dürften das Vertrauen in den Sektor weiter stärken und könnten positive Impulse für Halbleiteraktien weltweit liefern.


