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Tankermarkt reagiert auf wachsende Spannungen im Nahen Osten

Frachtraten steigen stark – Navigationsstörungen und Unfall bei Hormus verschärfen die Lage

Tankermarkt reagiert auf wachsende Spannungen im Nahen Osten

Die Frachtraten für Öltanker aus dem Nahen Osten sind seit dem 13. Juni um 40 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die geopolitischen Spannungen in der Region unmittelbare Auswirkungen auf den Energiemarkt haben. Besonders betroffen sind Transporte mit sogenannten VLCCs, sehr großen Rohöltankern, die Öl vom Persischen Golf nach China liefern. Marktbeobachter sehen darin einen Hinweis auf das steigende Risiko im Zusammenhang mit der aktuellen Eskalation im Konflikt zwischen Israel und dem Iran.

Seit dem überraschenden israelischen Luftangriff auf iranisches Territorium und den darauffolgenden ballistischen Raketenangriffen Teherans haben sich die Ölpreise global erhöht. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um acht Prozent auf etwa 75 US-Dollar pro Barrel. Während Finanzmärkte eine abwartende Haltung einnehmen, reagieren Akteure im physischen Ölmarkt deutlich sensibler auf die aktuellen Entwicklungen. Eine mögliche Blockade oder Beeinträchtigung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus stellt das größte Risiko dar. Durch diese Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman werden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasbedarfs transportiert.

Neben dem Anstieg der Frachtraten im Nahen Osten steigen auch die Preise für Routen außerhalb der Region. So haben sich die Raten für VLCCs zwischen Westafrika und China seit Freitag ebenfalls um über 40 Prozent erhöht. Dies deutet darauf hin, dass Käufer verstärkt nach Alternativen zur Versorgung aus dem Nahen Osten suchen, um ihre Handels- und Raffinerieprozesse abzusichern.

Gleichzeitig kommt es zu technischen Störungen in der Region. Laut dem US-geführten Joint Maritime Information Center wurde in den vergangenen Tagen eine Zunahme elektronischer Störungen festgestellt, die die Navigationssysteme kommerzieller Schiffe im Golf beeinträchtigen. Die sogenannte AIS-Ortung, über die Schiffe ihre Positionen automatisch übertragen, wurde bei über 260 Schiffen verfälscht – etwa durch falsche Positionsanzeigen über Land im Süden Irans.

Auch wenn bislang keine gezielten physischen Angriffe in der Straße von Hormus verzeichnet wurden, haben sich die Sicherheitsbedingungen für die Schifffahrt verschärft. Zwei Öltanker kollidierten kürzlich nahe Hormus und gerieten in Brand, darunter die mit zwei Millionen Barrel irakischem Rohöl beladene „Front Eagle“. Die Ursache ist ungeklärt, jedoch fällt der Vorfall zeitlich mit den elektronischen Störungen zusammen.

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