Target vor Quartalszahlen: CEO präsentiert Turnaround-Strategie der Wall Street
Der US-Einzelhändler Target legt am Dienstag seine Weihnachtsquartalszahlen vor – mit schwachen Erwartungen und einem neuen Chef.

Target veröffentlicht am Dienstagmorgen seine Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal und lädt zeitgleich zu einer Investorenkonferenz am Hauptsitz in Minneapolis ein. Im Mittelpunkt steht CEO Michael Fiddelke, der das Amt erst im Februar übernommen hat und nun erstmals seine Strategie zur Trendwende präsentiert. Die Wall Street wartet gespannt darauf, ob der langjährige Target-Manager die anhaltende Umsatzschwäche des Discounters überzeugend adressieren kann.
Die Analystenerwartungen für das Weihnachtsquartal sind gedämpft. Laut einer LSEG-Umfrage rechnen Experten mit Ergebnissen unterhalb des Vorjahresniveaus. Target selbst hatte zuletzt seinen Ausblick bestätigt und einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich für das vierte Quartal in Aussicht gestellt.
Gewinnprognose deutlich unter Vorjahr
Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert Target einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 7 und 8 US-Dollar. Das liegt deutlich unter dem bereinigten Wert von 8,86 US-Dollar aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Rückgang verdeutlicht, wie stark das Unternehmen unter Druck steht.
Der Jahresumsatz stagniert seit vier Jahren weitgehend – nachdem er während der Covid-Pandemie stark gestiegen war. Die Kundenfrequenz in Filialen und auf der Website sank in drei aufeinanderfolgenden Quartalen, und auch der durchschnittliche Einkaufswert je Besuch geht zurück. Im Oktober baute Target rund 1.800 Verwaltungsstellen ab – der erste größere Stellenabbau seit einem Jahrzehnt.
Zu den Problemen tragen mehrere Faktoren bei. Einige Kunden wanderten ab, weil sie ungepflegtere Filialen und ein wenig attraktives Sortiment bemängelten. Andere reagierten negativ auf die Rücknahme von DEI-Initiativen (Diversität, Gleichstellung und Inklusion). Target räumte selbst ein, dass diese Gegenreaktionen dem Umsatz schadeten und zu Marktanteilsverlusten geführt hätten.
Walmart und Costco als Kontrastprogramm
Der Vergleich mit der Konkurrenz fällt für Target ernüchternd aus. Walmart, Costco und T.J. Maxx verzeichneten zuletzt stärkere Umsatzzahlen, zogen Käufer aller Einkommensschichten an und wuchsen ausgerechnet in Kategorien wie Bekleidung und Haushaltswaren – Bereiche, in denen Target traditionell stark sein sollte.
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Zur AktienanalyseEin weiterer Belastungsfaktor ist das makroökonomische Umfeld. Höhere Preise für Lebensmittel und Alltagsgüter – getrieben durch Inflation und Zölle – dämpfen die Bereitschaft der US-Verbraucher, Spontankäufe zu tätigen. Genau auf solche Impulskäufe ist Targets Sortiment aus Mode, Haushaltswaren und Saisonartikeln jedoch ausgerichtet.
Fiddelke kündigte in einem CNBC-Interview an, drei Prioritäten zu setzen: die Wiederherstellung des Rufs für Stil und Design, die Verbesserung des Kundenerlebnisses sowie den verstärkten Einsatz von Technologie. Zudem plant Target, mehr in das Filialpersonal zu investieren, während gleichzeitig rund 500 weitere Stellen in Logistikzentren und Regionalbüros abgebaut werden sollen.
An der Börse spiegelt sich die schwierige Lage wider. Die Target-Aktie hat in den vergangenen drei Jahren rund 32 Prozent an Wert verloren. Zum Börsenschluss am Montag notierte sie bei 113,17 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 51,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Immerhin: Im bisherigen Jahresverlauf 2025 legte die Aktie knapp 16 Prozent zu – ein erstes Zeichen, dass Investoren auf eine Erholung hoffen.


