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Tech-CEOs schweigen nach tödlichen Schüssen in Minneapolis

Nach der tödlichen Erschießung der Krankenschwester Alex Pretti durch US-Bundesagenten herrscht unter Tech-Größen auffälliges Schweigen. Während 2020 nach George Floyds Tod viele CEOs Stellung bezogen, bleiben die Chefs von Apple, Amazon und Google diesma

Tech-CEOs schweigen nach tödlichen Schüssen in Minneapolis

Die Erschießung der 37-jährigen Intensivkrankenpflegerin Alex Pretti in Minneapolis durch Bundesagenten am vergangenen Samstag sorgt in der Tech-Branche für Kontroversen – vor allem durch das Schweigen der prominentesten Führungskräfte. Anders als 2020 nach dem Tod von George Floyd, als Silicon Valley und Wall Street geschlossen Stellung bezogen, halten sich die CEOs der größten Technologiekonzerne diesmal bedeckt.

Am Abend der Erschießung befanden sich Apple-CEO Tim Cook, Amazon-Chef Andy Jassy und AMD-Chefin Lisa Su im Weißen Haus bei einer privaten Vorführung des Dokumentarfilms "Melania", der von Amazon MGM Studios produziert wurde. Auf Anfragen zur Stellungnahme reagierten weder die Unternehmen noch das Weiße Haus.

Einzelne Stimmen aus der Tech-Welt

Während die Top-Manager schweigen, die im Januar 2025 noch zur Amtseinführung von Präsident Donald Trump nach Washington gereist waren und für seine Antrittsfeierlichkeiten gespendet hatten, melden sich einzelne Führungskräfte zu Wort. Jeff Dean, langjähriger Leiter der künstlichen Intelligenz bei Google, teilte ein Video der Erschießung und nannte den Vorfall "absolut beschämend". Dean erhielt von zahlreichen Kollegen Zuspruch für seine klare Haltung.

Box-CEO Aaron Levie kritisierte die Darstellung der Regierung scharf. Als Reaktion auf Finanzminister Scott Bessents Behauptung in der ABC-Sendung "This Week", Pretti habe eine halbautomatische Waffe "zu einer angeblich friedlichen Demonstration" mitgebracht, schrieb Levie auf X: "Ich denke, wir leben in einer postfaktischen Welt, in der Worte keine Rolle mehr spielen."

Kontroverse um die Darstellung der Ereignisse

Die Trump-Regierung gibt Demokraten und lokalen Behörden die Schuld an dem Vorfall. Heimatschutzministerin Kristi Noem und der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, bezeichneten Pretti als inländische Terroristin. Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass die US-Bürgerin und Krankenschwester eine Waffe gezogen hat.

Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz und lokale Polizeichefs fordern den Präsidenten auf, die Einwanderungsbeamten aus der Stadt abzuziehen. Die demokratische Senatorin Amy Klobuchar äußerte sich am Sonntag in der NBC-Sendung "Meet the Press" besorgt über die Entwicklung in Minneapolis.

Vergleich zu 2020

Der Kontrast zur Reaktion der Tech-Branche nach George Floyds Tod vor fast fünf Jahren könnte kaum größer sein. Damals verurteilten führende Manager an der Wall Street und im Silicon Valley den Vorfall weitreichend und öffentlich. Die aktuelle Zurückhaltung der CEOs großer Technologiekonzerne wirft Fragen über das veränderte Verhältnis zwischen Tech-Industrie und Politik auf.

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