Tech-Entwicklerin mit 250.000 Dollar Gehalt eröffnet Matcha-Café in Manhattan
Michelle Yeung arbeitete heimlich bei Starbucks, reiste nach Japan und sparte über 200.000 Dollar, bevor sie ihr eigenes Café eröffnete.

Michelle Yeung verdiente als Software-Entwicklerin rund 250.000 US-Dollar im Jahr – und war trotzdem unglücklich. Die 29-Jährige fühlte sich zunehmend von ihrer Arbeit entfremdet und sehnte sich nach einer Tätigkeit mit mehr persönlichem Sinn. „Ich wollte in einen Bereich wechseln, in dem ich den Tag von jemandem verschönere oder Menschen auf irgendeine Weise glücklicher mache", erklärte sie gegenüber CNBC Make It.
Der Wendepunkt kam im Sommer 2024, als Yeung einen Mangel an qualitativ hochwertigen Matcha-Angeboten in New York City bemerkte. Sie stellte sich eine einfache Frage: „Warum ist mein eigener Matcha eigentlich besser?" Daraus entstand die Idee, ein eigenes Matcha-Café in Manhattan zu eröffnen. Matcha ist ein Getränk aus fein gemahlenem Grünteepulver und erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit.
Undercover bei Starbucks und Forschungsreise nach Japan
Yeung war jedoch nicht bereit, ihren gut bezahlten Job ohne einen soliden Plan aufzugeben. Stattdessen startete sie eine intensive Vorbereitungsphase, die mehrere Monate in Anspruch nahm. Sie reiste nach Japan, um zu untersuchen, wie Matcha bezogen, zubereitet und serviert wird. Dort machte sie sich Notizen zu Erntetechniken und Rührmethoden und testete verschiedene Mischverhältnisse von Pulver und Wasser.
Parallel dazu arbeitete sie „undercover" bei Starbucks – und zwar in Frühschichten von etwa 5 Uhr bis 10 Uhr morgens. Anschließend wählte sie sich in ihre regulären Meetings als Software-Entwicklerin ein. „Ich war auf meiner eigenen kleinen Mission", sagt Yeung. Dieser Crashkurs in der Gastronomiebranche ermöglichte ihr, die Betriebsabläufe eines Cafés aus erster Hand kennenzulernen, ohne ihre Haupteinnahmequelle aufzugeben.
Zurück in New York rekrutierte sie Freunde für Geschmackstests verschiedener Matcha-Sorten und recherchierte intensiv, ob ein Laden finanziell erfolgreich sein könnte. Gleichzeitig verbrachte sie Monate damit, geeignete Ladenlokale zu besichtigen und Vermieter zu überzeugen – viele davon zögerten, an eine Erstgründerin zu vermieten. Schließlich fand sie ein kleines Ladenlokal in einer Seitenstraße in Manhattans Lower East Side, das sie als „nahezu perfekt" beschrieb: klein, gut gelegen und für das Viertel vergleichsweise erschwinglich.
Eröffnung mit Hindernissen – Überschwemmung in der Eröffnungsnacht
Bis März 2025 hatte Yeung Ersparnisse von mehr als 200.000 US-Dollar angesammelt und gab ihre Stelle als Software-Entwicklerin auf. Doch die Gründungsphase verlief nicht reibungslos. Handwerker stellten zugesagte Arbeiten nicht fertig, was zu Verzögerungen und kurzfristigen Rückschlägen führte. In der Nacht vor dem „Soft Opening" für Freunde und Familie wurde das Café sogar überflutet. „Hinter den Kulissen gab es eine Überschwemmung, und wir mussten einfach darüber hinwegwischen", sagt Yeung.
Sie betont, dass sie das Geschäft ohne die Hilfe von Freunden nicht hätte eröffnen können, die in den letzten Tagen vor dem Start Möbel zusammenbauten, Vorhänge aufhängten und die Räumlichkeiten vorbereiteten. Das Matcha House öffnete schließlich im Juli 2025 seine Türen in der Lower East Side von Manhattan.
Profitabel im ersten Jahr – Gehalt von 33.000 Dollar geplant
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Zur AktienanalyseIn den ersten Wochen arbeitete Yeung oft 12 Stunden am Tag und bereitete jeden Drink persönlich zu. „In den ersten zwei Monaten habe ich nur mir selbst zugetraut, jedes Getränk zuzubereiten", sagt sie. Mit der Zeit lernte sie, Aufgaben abzugeben. Heute beschäftigt das Matcha House rund 10 Teilzeitkräfte, und Yeung muss nicht mehr täglich hinter dem Tresen stehen.
Das Unternehmen ist auf dem besten Weg, bereits im ersten Jahr profitabel zu sein. Yeung gibt an, das investierte Kapital schrittweise zurückzuerhalten. Für 2026 plant sie, sich ein Gehalt von rund 33.000 US-Dollar auszuzahlen – ein Bruchteil ihres früheren Tech-Einkommens. Einen Großteil der Gewinne reinvestiert sie in das Unternehmen. Ihre persönlichen Ausgaben hält sie bewusst niedrig: In einem typischen Monat gibt sie weniger als 2.500 US-Dollar aus.
Yeung zieht eine klare persönliche Bilanz: „In meinem Leben geht es weniger darum, wie viel Geld ich gerade verdiene, sondern vielmehr darum, was ich jeden Tag tue." Und weiter: „Ein Jahr nach der Gründung bin ich einfach dankbar, dass wir ein Jahr überlebt haben und ein weiteres Jahr überstehen können." Für viele Karrierewechsler dürfte ihre Geschichte ein eindrucksvolles Beispiel dafür sein, wie gründliche Vorbereitung den Sprung in die Selbstständigkeit gelingen lassen kann.


