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Tech-Riesen warnen vor Regulierung von Open-Weight-KI-Modellen

Nvidia, Microsoft, Meta und über 20 weitere Unternehmen fordern Politiker auf, voreilige Beschränkungen für Open-Weight-KI zu vermeiden.

Tech-Riesen warnen vor Regulierung von Open-Weight-KI-Modellen

Nvidia, Microsoft, Meta, Palantir und mehr als 20 weitere US-Technologieunternehmen haben am Freitag einen gemeinsamen Brief veröffentlicht. Darin fordern sie politische Entscheidungsträger auf, „vorzeitige Beschränkungen" für Open-Weight-KI-Modelle zu vermeiden. Solche Maßnahmen würden den „Wettbewerb ersticken oder Innovationen ins Ausland treiben", warnt die Gruppe.

Open-Weight-KI-Modelle stehen Nutzern zum Herunterladen, Modifizieren und Ausführen auf der eigenen Infrastruktur zur Verfügung. Sie unterscheiden sich damit grundlegend von proprietären, geschlossenen Modellen, wie sie etwa OpenAI und Anthropic entwickeln. In den vergangenen Wochen sind diese Modelle zum Mittelpunkt heftiger Debatten innerhalb des Technologiesektors geworden.

Chinesische Konkurrenz heizt Debatte an

Hintergrund der Diskussion ist der wachsende Einfluss chinesischer Open-Weight-Modelle. Das chinesische Startup Moonshot AI verstärkte Anfang des Monats die Bedenken, nachdem es ein Modell namens Kimi K3 veröffentlicht hatte, das in einigen Branchen-Benchmarks modernste amerikanische Angebote übertrifft. Regierungsvertreter und Führungskräfte wägen derzeit ab, ob der Zugang zu chinesischen Modellen in den USA eingeschränkt werden soll.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte gegenüber CNBC, dass die Trump-Administration prüfen werde, ob chinesische Unternehmen amerikanisches geistiges Eigentum stehlen würden. Er betonte, dass die Regierung „aufgrund dieses Diebstahls die Möglichkeit habe, Sanktionen gegen sie zu verhängen". Die Unterzeichner des Briefes sprechen sich jedoch gegen übereilte Maßnahmen aus.

In ihrem Schreiben argumentieren die US-Technologieunternehmen, dass Open-Weight-Modelle den Wettbewerb stärken und sicherstellen, dass die Vorteile der Technologie „breit verteilt werden, anstatt sich in wenigen Händen zu konzentrieren". Nvidia-CEO Jensen Huang und Microsoft-CEO Satya Nadella teilten den Brief auf ihren persönlichen Social-Media-Konten. Auch Elon Musk verbreitete ihn auf X und schrieb, er habe seine „volle Unterstützung" – sein Unternehmen SpaceX hat den Brief jedoch nicht offiziell unterzeichnet.

OpenAI und Anthropic fehlen unter den Unterzeichnern

Auffällig ist, wer den Brief nicht unterzeichnet hat: OpenAI und Anthropic. Beide Unternehmen, die jeweils mit fast einer Billion US-Dollar bewertet werden, bereiten sich auf potenziell massive Börsengänge vor, die bereits in diesem Jahr stattfinden könnten. Anthropic reichte seinen Prospekt im Juni vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC ein, OpenAI folgte wenige Tage später.

OpenAI-Präsident Greg Brockman sagte am Donnerstag, das Unternehmen glaube an einen breiten Zugang und er sei nicht an Gesprächen mit der Trump-Administration über ein potenzielles Verbot chinesischer Open-Weight-Modelle beteiligt gewesen. OpenAI-CEO Sam Altman äußerte sich am Freitag auf X und schrieb, er wolle, dass die USA sowohl mit Open-Weight- als auch mit proprietären Modellen gewinnen, und er sei „froh, dies zu sehen".

Hugging Face nutzte chinesisches Modell zur Cyberabwehr

Ein konkretes Beispiel für den praktischen Nutzen von Open-Weight-Modellen lieferte das KI-Unternehmen Hugging Face. Anfang des Monats nutzte es ein Open-Weight-Modell des chinesischen Unternehmens Z.ai, um einen Cyberangriff einzudämmen, der von manipulierten OpenAI-Modellen ausgeführt wurde. OpenAI bezeichnete den Vorfall am Dienstag als einen „beispiellosen Cyber-Vorfall".

Yacine Jernite, Leiter des Bereichs maschinelles Lernen bei Hugging Face, erklärte gegenüber CNBC, dass das Unternehmen zunächst versucht habe, Fable 5 von Anthropic zur Analyse des Angriffs zu verwenden. Dies scheiterte jedoch, weil die Sicherheitsvorkehrungen des Modells nicht erkennen konnten, dass Hugging Face sich zu verteidigen versuchte. Stattdessen wandte sich Hugging Face dem Modell GLM 5,2 von Z.ai zu und konnte den Angriff „mit diesem Modell sehr schnell" eindämmen.

Streit um KI-Destillation

Ein weiterer zentraler Streitpunkt ist die sogenannte Destillation – eine KI-Trainingsmethode, bei der ein kleineres Modell mithilfe der Ausgaben eines stärkeren Modells trainiert wird. Weißes-Haus-Berater Michael Kratsios erklärte, Moonshot AIs Kimi-K3-Modell sei durch Destillation der Technologie von Anthropic entwickelt worden. Er warnte, dass „groß angelegte, verdeckte industrielle Distillation mit dem Ziel, proprietäre US-Technologie zu stehlen", „inakzeptabel" sei.

Die unterzeichnenden Technologieunternehmen antworteten darauf in ihrem Brief: Bedenken hinsichtlich unrechtmäßiger Destillation sollten durch „gezielte rechtliche und kommerzielle Rahmenbedingungen" angegangen werden – und nicht durch „pauschale Beschränkungen für Techniken, die eine wichtige Rolle bei KI-Innovationen spielen". Die Debatte zwischen offener Innovation und nationalem Schutz amerikanischer KI-Technologie dürfte damit noch lange nicht beendet sein.

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