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Teilzeitbeschäftigung in Deutschland: Ein vielfältiges Spektrum von Motiven

Angehörigenbetreuung und persönliche Wünsche sind nur einige Gründe für reduzierte Arbeitszeit

Teilzeitbeschäftigung in Deutschland: Ein vielfältiges Spektrum von Motiven

Die Betreuung von Angehörigen stellt in Deutschland einen bedeutenden Grund dafür dar, dass viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiten. Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes, die heute veröffentlicht wurden, betreuen mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland neben ihrer Arbeit Angehörige. Dies entspricht rund 24 Prozent der etwa 12,6 Millionen Teilzeitbeschäftigten im Land. Die Betreuungsaufgaben umfassen die Pflege von Kindern, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftigen Familienmitgliedern. Besonders auffällig ist, dass Frauen in diesem Zusammenhang häufiger Teilzeitarbeit wählen, da 29 Prozent von ihnen die Betreuung von Angehörigen als Hauptgrund für ihre reduzierte Arbeitszeit angaben. Bei Männern lag dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent.

Überraschenderweise ergab die Statistik, dass die Verfügbarkeit oder die Kosten von Betreuungsangeboten bei der Entscheidung für Teilzeitarbeit eine vergleichsweise geringe Rolle spielten. Nur neun Prozent der Befragten gaben an, dass es zu den benötigten Tageszeiten keine geeigneten Betreuungsmöglichkeiten gab. Vier Prozent konnten sich diese Dienste nicht leisten, während zwei Prozent angaben, in ihrer Nähe keine passenden Angebote gefunden zu haben. Dies verdeutlicht, dass die persönliche Verantwortung für die Betreuung von Angehörigen für die meisten Teilzeitbeschäftigten einen höheren Stellenwert hat als finanzielle oder zeitliche Einschränkungen.

Neben der Angehörigenbetreuung sind auch andere Faktoren ausschlaggebend für die Entscheidung, in Teilzeit zu arbeiten. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, dies aus persönlichem Wunsch zu tun. Zwölf Prozent nannten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen als Grund für ihre Teilzeittätigkeit. Interessanterweise erklärten lediglich sechs Prozent der Teilzeitbeschäftigten, dass sie lieber in Vollzeit arbeiten würden, jedoch auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle finden konnten.

Eine separate Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft ergab, dass etwa 13 Prozent aller Führungskräfte in Deutschland in Teilzeit arbeiten. Hierbei zeigt sich erneut ein signifikanter Geschlechterunterschied, da 25 Prozent der weiblichen Führungskräfte Teilzeitarbeit bevorzugen, im Gegensatz zu lediglich 5,5 Prozent der männlichen Führungskräfte. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Teilzeitquote nicht nur in der Gesamtbevölkerung, sondern auch in bestimmten Berufsgruppen und hierarchischen Ebenen weit verbreitet ist.

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