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Tesla-Aktie: Was das starke Automobilgeschäft wirklich bedeutet

Rekordauslieferungen im Q2 stärken Teslas Kerngeschäft – doch Robotaxi, FSD und Optimus bleiben die eigentlichen Kurstreiber.

Tesla-Aktie: Was das starke Automobilgeschäft wirklich bedeutet

Tesla hat im zweiten Quartal 480.126 Fahrzeuge ausgeliefert und damit die Analystenerwartungen um 18 Prozent übertroffen. Es war die stärkste Wachstumsrate seit dem dritten Quartal 2023. Die Erholung im Automobilbereich könnte dazu führen, dass die jährlichen Auslieferungen erstmals seit 2023 wieder steigen.

Morgan Stanley und Barclays haben ihre Prognosen infolge der starken Zahlen angehoben. Morgan Stanley erhöhte seine Fahrzeugprognose für 2026 auf 1,67 Millionen und für 2027 auf 1,86 Millionen Einheiten. Beide Banken betonten jedoch, dass das verbesserte Automobilgeschäft zwar positiv sei, aber keine grundlegende Neubewertung der Aktie auslösen dürfte.

Das Kerngeschäft mit Fahrzeugen generiert nach wie vor rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes von Tesla. Angesichts der massiv steigenden Ausgaben für KI-Infrastruktur ist die Stabilität in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Ein solides Fahrzeuggeschäft liefert die liquiden Mittel, die Tesla für seine ambitionierten Projekte in den Bereichen Robotaxi, Optimus und Halbleiter benötigt.

Gewinnprognosen über dem Konsens

Morgan Stanley erwartet für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,69 US-Dollar – deutlich über der Konsensschätzung von 0,49 US-Dollar. Die Bruttomarge im Automobilbereich wird ohne Emissionsgutschriften auf 18,1 Prozent geschätzt, was weitgehend den Markterwartungen entspricht.

Barclays prognostiziert einen bereinigten Gewinn von 0,55 US-Dollar je Aktie und liegt damit ebenfalls über dem Konsens von 0,47 US-Dollar. Die Bank rechnet zwar mit leicht sinkenden Automobilmargen im Vergleich zum Vorquartal – bedingt durch Rohstoffkosten und das Fehlen günstiger Einmaleffekte –, erwartet aber dennoch ein gesundes Margenniveau.

Robotaxi-Ausbau bleibt begrenzt

Trotz der positiven Entwicklung im Kerngeschäft bleibt der Ausbau der Robotaxi-Sparte überschaubar. Barclays schätzt, dass Tesla derzeit etwa 30 bis 50 Fahrzeuge in Austin betreibt, mit kleineren Flotten in Dallas, Houston und Miami. Bei vielen Fahrten kommen weiterhin Sicherheitsbegleiter zum Einsatz.

Morgan Stanley erwartet, dass die Robotaxi-Flotte bis zum Jahresende auf 1.500 überwachte und unüberwachte Fahrzeuge anwächst. Zusätzliche Markteinführungen werden in Phoenix, Orlando, Tampa und Las Vegas antizipiert. Robotaxi, Full Self-Driving (FSD) und der humanoide Roboter Optimus bleiben laut beiden Banken die entscheidenden Bewertungstreiber für die Tesla-Aktie.

Der finanzielle Druck auf Tesla bleibt dennoch erheblich. Morgan Stanley schätzt die Investitionsausgaben für 2026 auf 26,8 Milliarden US-Dollar, während der Free-Cash-Flow-Verbrauch bei 11,4 Milliarden US-Dollar liegen soll. Das erhöht den Druck auf das Unternehmen, konkrete Belege dafür zu liefern, dass die massiven Investitionen in physische KI tatsächlich Renditen erwirtschaften.

Kursziele leicht angehoben, Einstufung unverändert

Beide Häuser behielten ihre Einstufung auf „Equal Weight" bei – was einer neutralen Haltung entspricht. Morgan Stanley hob sein Kursziel von 415 auf 417 US-Dollar an, wobei lediglich 47 US-Dollar davon dem Automobilgeschäft zugerechnet werden. Barclays erhöhte sein Ziel von 360 auf 370 US-Dollar, was zum Zeitpunkt der Berichtveröffentlichung noch unter dem aktuellen Aktienkurs von Tesla lag.

Die Botschaft beider Banken ist damit klar: Ein stärkeres Fahrzeuggeschäft ist willkommen und unterstützt die Finanzierung der KI-Ambitionen. Für eine echte Neubewertung der Aktie braucht es jedoch überzeugende Fortschritte bei Robotaxi, FSD und Optimus.

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